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31.05.2019 Jana Ernst  
Midnight Oil bei Porta³

Politischer wird's nicht

​​​​​Die australische Rock-Band Midnight Oil hat sich Deutsch-Rocker Wolf Maahn eingeladen um gemeinsam vor Triers Wahrzeichen zu spielen. Verbunden sind die Musiker von den entgegengesetzten Enden der Welt vor allem durch ihren Hang zu politischen Engagement. hunderttausend.de verlost mit Popp Concerts 2x2 Tickets.

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How can we dance when our earth is turning?

 How do we sleep while our beds are burning?

Diese Zeilen der australischen Band dürfte nicht nur den Kindern der 80er Jahre ein Begriff sein. Doch was steckt sonst noch hinter Midnight Oil? Vor allem eine ganze Menge politischer Einsatz. Auch der Hit Beds Are Burning macht da keine Ausnahme, sondern steht beispielhaft für die sozialkritischen Texte und das politische Engagement der Band, häufig speziell für die Ureinwohner in ihrer Heimat. 2002 trennten sich Midnight Oil trotz internationalem Erfolg schließlich einvernehmlich, weil Frontmann Peter Garrett eine Karriere in der Politik anstrebte. Er wird zuerst Abgeordneter der Labour-Party um 2007 schließlich zum australischen Minister für Umwelt, Kulturerbe und Kunst aufzusteigen. Dem Trierischen Volksfreund​ erklärte er, was für ihn die größten Chancen des Ministeramts waren: „Du hast Zugang zum nationalen Budget, kannst Gesetze durchsetzen und Dinge verbessern und verändern, die deine konservativen Gegner nie machen würden.“ Dass das nicht nur leere Worte sind, zeigen Garrets politische Erfolge. Er schaffte es zum Beispiel ein Walforschungsprojekt durch das Parlament zu bringen und ein Waltötungsverbot für den gesamten Kontinent zu erlassen.

Was aber hat die Musiker wieder zusammen und auf Welt-Tournee gebracht? Die Politik, wie könnte es auch anders sein. Schon 2005 und 2009, noch während Garrett als Vollzeit-Politiker tätig ist, fanden sich Midnight Oil für zwei Benefizkonzerte zugunsten der Opfer von Naturkatastrophen zusammen. Namentlich waren das ein Tsunami im Indischen Ozean und ein verheerendes Buschfeuer in Victoria. Im Mai 2016 kündigt die Band dann tatsächlich eine neue Welt-Tournee an. Anlass dafür war der Band zufolge unter anderem der globale Rechtsruck. In einem Statement auf der eigenen Homepage heißt es: „In einer gefährlich aufgeheizten Welt mit Hanson, Trump, Petry und Le Pen hat die Stimme von Midnight Oil eindeutig frische Relevanz gewonnen.“ Ja tatsächlich, auch die deutsche AfD, hier noch durch die ehemalige Vorsitzende Frauke Petry vertreten, zählt für die australische Band zu den zentralen Risikofaktoren für unser Klima und unsere Gesellschaft. Für Fans von Midnight Oil hat das aber auch ein Gutes: Die Musiker stehen wieder zusammen auf den Bühnen der Welt und haben für das Jahr 2020 sogar neue Songs in Aussicht gestellt – zum ersten Mal seit 2002 und dem Album Capricornia.

Passend zum eigenen politischen Engagement haben sich die Australier für ihre Konzerte in Deutschland den Deutsch-Rocker Wolf Maahn eingeladen. Auch für ihn spielen gesellschaftspolitische Texte sowie Engagement eine große Rolle: Ob mit der Single Tschernobyl aus der Mitte der 80er, die wegen kritischer Aussagen zur deutschen Nuklearindustrie von den Radiostationen boykottiert wird, oder mit dem Benefizkonzert „Rock For Bosnia“ – Wolf Maahn wendet sich immer wieder den verschiedensten gesellschaftlichen Themen zu.


​Foto: John Tsiavis

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