Reviews
15.12.2017 Julia Nemesheimer Simon Engelbert
Gregor Meyle

Luxemburger Lächeln

Zum ersten Mal war Gregor Meyle in Luxemburg - obwohl sein Französisch nach eigener Aussage eher weniger vorzeigbar ist, konnte er seine Fans im Club der Rockhal am gestrigen Donnerstag in einem langen Konzert von seinen Live-Qualitäten überzeugen. hunderttausend.de war mit der Kamera dabei. ​

 
Image

​​Sieht man Gregor Meyle auf der Bühne stehen, fühlt man sich irgendwie direkt wohl. Als würde ein Kumpel, den man länger nicht mehr gesehen hat, sich hinstellen, einige Songs spielen und zwischendurch Anekdoten aus den letzten Jahren, Monaten und Wochen erzählen, in denen der Kontakt nicht so direkt war. Mitgebracht hat er noch ein paar Freunde, die mit ihm zusammen musizieren. Neben der klassischen Bandbesetzung finden sich noch eine Bläsersektion und eine Violinistin, die auch als Sängerin ihr Talent zeigt, neben ihm. Insgesamt tummeln sich neun Leute auf der Bühne, die mit in das Konzept passt. Der Vorhang im Hintergrund zeigt eine nächtliche Altstadtstraße mit Kopfsteinpflaster, altmodische (Gas)Straßenlaternen sind auf der Bühne verteilt und eine Lichterkette mit Glühbirnen verleiht allem das Flair einer kleinen, gemütlichen Feier an einem sommerlichen Abend. Der Winter bleibt quasi draußen vor der Tür mit seinem nasskalten Wetter.

Vielleicht liegt es an seinem Werdegang: Schon mit vier beginnt Meyle mit dem Gitarrespielen, in seiner Jugend spielt er in mehreren Bands, jobbt aber irgendwann erstmal als Ton- und Bühnentechniker. 2008 nimmt er an Stefan Raabs Show SDSDSSWEMUGABRTLAD (Stefan such den Superstar, der singen soll, was er möchte und gerne auch bei RTL auftreten darf) teil und belegt den zweiten Platz. In der Biographie auf seiner Webseite heißt es, er sei der einzige Kandidat weltweit, der mit selbstgeschriebenen Songs bis in ein Talent-Show-Finale vordringt. Seitdem hat er fünf Studioalben veröffentlicht, zuletzt Die Leichtigkeit des Seins, mit dem er aktuell auf Tour ist. 

Eine Meyle-Show dauert immer etwas länger, unter zweieinhalb Stunden geht da keiner von der Bühne, oft kann man etwas mehr Zeit einplanen. Denn zwischen den Songs erzählt der Sänger und Musiker viel - lustiges, ernstes, den ein oder anderen Schwank vom Tourleben - und man merkt, dass da nicht nur sehr gute Musiker auf der Bühne stehen, sondern Leute, die sich auch menschlich sehr schätzen. Die Popmusik mit mit den deutschen Texten, die viel von Liebe und positiven Sachen erzählt, aber auch nachdenkliche Töne anschlägt, ist tatsächlich handgemacht. Vom Band kommt da nichts und entgegen der Praxis vieler Musikerkollegen stehen hier keine Laptops auf der Bühne - jeder Ton wird live gespielt. 

Und so freuen sich die luxemburgischen Gäste mit einem breiten Lächeln auf den Lippen über das ausschweifende, aber ruhige und entspannte Konzert mit Gregor Meyle. ​

Bildgalerie



Karte anzeigen