Film der Woche
24.10.2019 Alex Gouverneur  
Lieber Antoine als gar keinen Ärger

Heldensagen und anderer Ärger

​​​Regisseur Pierre Salvadori bezeichnete sein neustes Werk als "Comédie Rock'n Roll" - und dem können wir uns nur anschließen. Die Geschichte über eine Witwe, die Wiedergutmachung leisten will, und sich dabei Hals über Kopf in ein ehemaliges Opfer ihres verstorbenen Gatten verliebt, ist unser Film der Woche.

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​​Die Polizistin Yvonne Santi (Adèle Haenel) lebt mit ihrem kleinen Sohn Théo (Octave Bossuet) in einer südfranzösischen Stadt. Ihr verstorbener Mann Jean Santi (Vincent Elbaz)​ war bis zu seinem Tod vor zwei Jahren ein heldenhafter Gesetzeshüter und erhält ein Denkmal im Zentrum. Bei einer Razzia muss Yvonne allerdings schmerzlich feststellen, dass ihr Gatte alles andere als ein rechtschaffener Bürger war, und mit ausgesprochen krimineller Energie ein Doppelleben führte. Das Haus, in dem sie mit ihrem Sohn lebt, der Schmuck, den sie trägt, ihr gesamtes Leben basiert auf den korrupten Machenschaften und zwielichtigen Deals ihres Gatten.

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Als wäre das nicht schon schlimm genug, erfährt Sie, dass der Mann, den Jean​ hinter Gitter brachte, seit acht Jahren unschuldig im Gefängnis sitzt. Der zu Unrecht verhaftete Antoine (Pio Marmaï) hat zu diesem Zeitpunkt seine Haftstrafe verbüßt, und wird aus dem Gefängnis entlassen. Yvonne möchte Wiedergutmachung leisten und schleicht sich in sein Leben. Sie verschweigt ihre Identität, um dem inzwischen gebrochenen Mann zu helfen. Zwar wird Antoine von seiner Freundin Agnès (Audrey Tautou) liebevoll im gemeinsamen Heim empfangen; aber dieser hat verlernt, sich vernünftig und gewaltfrei Konflikten zu stellen – und so gerät er bald in Prügeleien und kurzzeitig erneut hinter Gittern. Sein Frust über die Ungerechtigkeit entlädt sich (höchst unterhaltsam) in kleinkriminellen Versuchen Rache zu üben. Dabei geht konsequent alles schief was schiefgehen kann, und so entwickelt sich auch die Beziehung zu Yvonne. Während sie damit beschäftigt ist, seinen Schutzengel zu spielen entwickeln beide auch noch Gefühle füreinander.​​

Quel malheur! Mit dem gewohnten Witz und absurden Filmsequenzen zeigt Regisseur Pierre Salvadori den Zuschauern was französischer Humor kann. Er schafft es, die Charaktere von einer irrwitzigen Situation in die nächste zu treiben. Die verzwickten Beziehungen der Figuren und immer neue Unvorhersehbarkeiten machen den Film zu einem echten Kinovergnügen.​


Foto: Neue Visionen

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