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04.03.2017 Simon Engelbert Simon Engelbert
Rammstein-Tribute Stahlzeit

Flammen, Alufolie und laute Gitarren

​Am vergangenen Freitag, den 03. März 2017, wurde es laut in der Rockhal in Esch sur Alzette. Die Rammstein-Tribute-Band Stahlzeit lud zum Tanz in den Club. hunderttausend.de war mit dabei. 

 
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Rammstein ist zweifelsohne eine Band, deren Live-Shows weltweit in der absoluten Oberklasse spielen. Mag man sich über die Art der Musik, die Texte und die Aufmachung streiten, doch die Bühnendarbietung steht außer jeder Diskussion.
Und wie jede große Band haben auch sie Nachahmer. Tributebands gibt es wie Sand am Meer. Pink Floyd, Queen, Toto, AC/DC und viele mehr werden inzwischen von Doppelgängern vertreten.
Aber es gibt massive Unterschiede im Double-Geschäft. Spielen die Einen die Musik in eigenen Besetzungen, mit eigenen Arrangements und eigenen Shows und zollen auf diese Weise dem Original Tribut, schlüpfen die Anderen komplett in die Rolle der Kopierten und versuchen von der Haarlocke bis zum Schnürsenkel einen Doppelgänger zu kreieren.
Beide Varianten haben ihre Daseinsberechtigung, jedoch begibt man sich mit Zweitem schnell auf dünnes Eis, wenn es nicht mehr mit einem bestimmten T-Shirt, ein paar modischen Accessoires und einer eindeutigen Hüftbewegung getan ist.

Vielleicht war die Sorge der luxemburgischen Rammstein-Fans vor Enttäuschung zu groß, aber der Club der Rockhal war bei weitem nicht gefüllt.  Mit einem lauten Knall begann die Show der Band Stahlzeit, die mit dem Slogan „Die größte Rammstein Tribute Show Europas" werben. Das Publikum kannte natürlich jeden Song und grölte lautstark mit. Doch wer genauer hinsah, konnte schnell bemerken, dass die Bemühungen, Rammstein zu doubeln, in vielen kleinen Details scheiterten. Sei es das lieblos in Alufolie eingewickelte Mikrofon oder andere Dinge, so darf man bei all dem natürlich nicht vergessen, dass Rammstein mit Sicherheit ein deutlich anderes Budget zu Verfügung steht, aber vielleicht wäre das ein guter Grund, sich zum ersten Teil der Tribute-Bands zu gesellen und sein eigenes Ding zu machen.

Das Publikum störte sich kaum daran. Die Stimmung war gut und das Bier floss in Strömen.
Um ein wenig Rammstein-Feeling zu bekommen, ist Stahlzeit mit Sicherheit eine gute Alternative, wer aber glaubt, man bräuchte sich danach nie wieder eine echte Rammstein Show anzusehen, täuscht sich.

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