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19.04.2017 Vincenzo Sarnelli Simon Engelbert
Simple Minds in der Rockhal

Schottische Weisheiten

Am gestrigen 18. April 2017 besuchte die schottische Pop-Rock-Band Simple Minds die Rockhal in Esch sûr Alzette. In speziellem Unplugged-Gewand und mit der Sängerin KT Tunstall als Support wurde es ein grooviger Abend, den hunderttausend.de mit der Kamera eingefangen hat. 

 
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​"​Will you stand above me? Look my way, never love me". Mit diesen Worten sind sie weltberühmt geworden. 1985 erschien mit "Don't You (Forget About Me)" der Song, der für die Band Simple Minds den internationalen Durchbruch bedeutete. Als Teil des Soundstracks zum berühmten Film "Breakfast Club" von Regisseur John Hughes, wurde der Song zu einer Hymne einer Jugend, die geprägt war von Ängsten, Sorgen und Sehnsüchten. Natürlich darf auch heute der Song nicht fehlen, der für viele immer noch Ausdruck dieser Emotionen ist. 

Doch zunächst eröffnete die Schottin KT Tunstall den Abend mit eingängigem Singer-Songwriter-Pop. Vor allem die Songs "Black Horse and the Cherry Tree" und "Suddenly I See" sind Songs, die die Künstlerin hierzulande berühmt gemacht haben. Tunstall selbst hat keine Band dabei und benutzt das, mittlerweile beliebte und oft genutzte, Hilfsmittel des Loops, um sich eine unsichtbare Verstärkung auf die Bühne zu holen. Als die "Band" dann jedoch beim dritten Songs kurz versagt, muss die 42-Jährige selbst lachen. "Ich werde mit der Band später ein ernstes Wörtchen reden." Mit ihrer lockeren Art ist sie ein guter Auftakt in einen schottisch geprägten Abend. Angekündigt wird sie übrigens vor ihrem Auftritt von Simple Minds-Sänger Jim Kerr höchst selbst. 

Als dieser dann für seinen Auftritt mit der Band die Bühne betritt, ist eigentlich alles bereitet für einen guten Abend. Doch irgendwie will der Funke zu Beginn des Konzerts nicht so überspringen. Das Publikum zeigte sich bei "New Gold Dream (81-82-83-84)" und "See The Lights" eher zurückhaltend. Dafür sorgt Kerr jedoch mit seinen durchaus amüsanten Zwischenansagen immer wieder für Lacher im Publikum. So weist er einen Herrn in Kilt in der ersten Reihe darauf hin, dass dieser seine "Beine besser geschlossen halten sollte, da sonst alle Männer auf der Bühne vor Neid erblassen." Insgesamt ist die schottische Herkunft der Musiker immer wieder Thema auf der Bühne. Egal ob die Ablehnung des Brexit oder der spezielle Dialekt, Kerr feiert sein Heimatland und ruft die "Schottisch-Luxemburgische Freundschaft" aus. 

Aufgelockert durch die Zwischenansagen und durch den Sänger selbst, der sich plötzlich seinen Weg durch das Publikum bahnt, um die Zuschauer eigenhändig von ihren Stühlen zu bitten, ist dann spätestens bei "Stand By Love" der Bann gebrochen und viele Zuschauer hält es nicht mehr auf ihren Sitzen. Als dann zunächst der David Bowie Song "Andy Warhol" und kurz vor der Zugabe die ersten Töne von dem größten Hit der Band "Don't You" erklingen, ist die Gänsehaut perfekt. Mit der Hommage an den 2016 verstorbenen Bowie zollen große Künstler einem noch größeren ehrenhaft Tribut und steuern den Abend auf den Höhepunkt zu: "As you walk on by/ Will you call my name?". 

Doch der Abend ist dort noch nicht vorbei. Erst als mit "Kicking and Alive" der letzte Song verklungen ist, hilft auch das Klatschen der Zuschauer nichts und das Konzert ist zu Ende. Und somit auch ein Abend mit Legenden, der für die ein oder anderen Gänsehaut gut war. 

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