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08.08.2017 Simon Engelbert Simon Engelbert
Rüdiger Baldauf - Trumpet Night

Hochkarätiger Jazz

​Am Donnerstag, den 03. August 2017, kam Rüdiger Baldauf nach Trier. In der bezaubernden Kulisse des Kurfürstlichen Palais fand das Konzert des Trompeters im Rahmen des Mosel Musikfestivals 2017 statt. hunderttausend.de war mit dabei. 

 
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Als vor einiger Zeit das Programm des Mosel Musikfestivals vorgestellt wurde, war Kennern der Zunft schon klar, was Hermann Lewen und sein Nachfolger Tobias Scharfenberger am 03.08.2017 in das Kurfürstliche Palais bestellt haben, wird ein absolutes Highlight.
Es ist eine dieser Veranstaltungen, die schon beim Kauf der Karte viel, nein ganz viel Erwartungen im Zuschauer wachsen lässt. Hinzu kommt, dass gerade diesen Sommer Konzerte unter freiem Himmel Besucher und vor allem Veranstalter mit nervösem Blick auf die Wetter-Apps zittern lassen.
Nicht zuletzt ein freundlich gestimmter Petrus sorgte für strahlende Gesichter schon vor dem Konzert und einen sichtlich erleichterten Veranstalter, der wie gewohnt die Gäste mit Handschlag und freundlichen Worten empfing.

Das Kurfürstliche Palais füllte sich nach und nach und man konnte schon früh erkennen, dass das Team der Mosel Musikfestivals schafft, was so manche große Veranstalter nicht schaffen: sie sorgen für ein volles Haus, auch beim Jazz. Nur vereinzelte Sitzplätze in den historischen Mauern waren frei geblieben.
Pünktlich um 20:30 Uhr betraten die Herren Lewen und Scharfenberger die Bühne, begrüßten die Zuschauer und ließen die Musiker mit Applaus auf die Bühne bitten.

Nun sollte sich zeigen, ob die Vorfreude der Gäste berechtigt war. Zu oft wurden große Namen von Veranstaltern angekündigt und der Zuhörer wurde enttäuscht. Aber auch dieses Mal bewies Hermann Lewen sein Fingerspitzengefühl in der Auswahl seiner Künstler und zeigte damit wieder einmal, dass die Mosel Musikfestspiele für Qualität stehen.

Rüdiger Baldauf, der breiten Massen vor allem bekannt durch seine langjährige Mitgliedschaft der TV Total Band „the heavytones", kam mit einer Truppe Musiker nach Trier, die sich wie das who ist who der deutscher Musikszene liest. Vorneweg seine beiden Kollegen an den Trompeten. Andy Harderer, der seit 1988 in der legendären WDR Big Band spielt, und Joo Kraus, der mit Helmut Hattler das berühmte Jazz-Duo „Tab Two" gründete, die sowohl solistisch, als auch als kleiner Bläsersatz, gemeinsam mit Baldauf, ihr Können zeigten.
Und wenn man drei solche Hochkaräter vorne stehen hat, muss die Band im Hintergrund schon etwas besonderes sein. Und das können die vier der Rhythmusgruppe durchaus von sich behaupten. Christian Frentzen an den Keys zeigte eindrucksvoll, wie man klassische Sounds mit Modernen mixt und dennoch virtuos soliert und mit tollen Voicings die Band harmonisch untermalt.
Warme jazzige Klänge, rhythmische Funk-Riffs oder spannende Soli, mal clean, mal verzerrt, Bruno Müller an der Gitarre zählt nicht umsonst zu den Gefragtesten seiner Zunft. Das bestätigte auch das sichtlich beeindruckte Publikum mit viel Applaus und Jubel.
Auch wenn Thomas Heinz und Marius Goldhammer ein wenig zurückgesetzt standen, sie waren das schiebende Groovefundament des Abends. Das Zusammenspiel zwischen Heinz´ Drumming und Goldhammers tiefen Basslines sah spielerisch leicht aus und war eine perfekte Einheit.
Aber nicht nur die groovenden und lauteren Songs wurden von den beiden präzise untermalt, auch bei Balladen und ruhigeren Songs brachten sie die passenden Rhythmen und das perfekte Feeling.
Last but not least betrat einer der ganz Großen der deutschsprachigen Musikwelt die Bühne.
Noch lange bevor Naidoo, Delay, Denalane deutsprachigen Soul und Funk massentauglich machten und im Radio gespielt wurden, hatte Edo Zanki dieses Genre für sich entdeckt und seither weit mehr als ein Dutzend Alben veröffentlicht. Er rundete als Sänger diese Traumbesetzung ab.

Besonders die Stücke von Baldaufs jüngstem Album „Jackson Trip", eine Hommage an Michael Jackson mit neuen, jazzigen Arrangements diverser Klassikers des verstorbenen Superstars, beeindruckten das Trierer Publikum.

Ein Abend, der runder nicht hätte laufen können. Das Wetter hat gehalten, die Location war traumhaft, die Musiker überragend und das Publikum zufrieden.
Rüdiger Baldauf´s Trumpet Night wird so schnell nicht vergessen. Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen.

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