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17.06.2018 Julia Nemesheimer Simon Engelbert
Michael Patrick Kelly

Porta hoch drei

​​Endspurt vor der Porta: Neben dem kostenlosen Picknick-Konzert am Sonntag hieß es am Samstag "Bühne frei für Michael Patrick Kelly". Der Sänger ist seit einigen Jahren auf Solopfaden unterwegs und konnte die meisten Fans anlocken beim Porta hoch Drei-Festival. Photogroove und hunderttausend.de waren mit dabei. 

 
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​Paddy Kelly vereint vor der Porta Nigra die Generationen, aber auch die Nationen. Fanclubs aus der Schweiz und Irland sind extra angereist, um den inzwischen gereiften Künstler, der sich inzwischen seriöser Michael Patrick Kelly nennt, zu sehen. Daneben finden sich Pärchen, Familien, Fans von ganz früher und solche, die den Musiker erst kürzlich entdeckten, ein. Die Temperaturen spielen mit - es ist nicht zu warm und trocken bleibt es auch noch. Fast 3000 Menschen finden sich vor dem Wahrzeichen der Stadt ein, um einen Künstler zu sehen, dessen Werdegang man seit seinen allerfrühesten Kindestagen miterlebt hat. Schon kurz nach seiner Geburt wurde er erstmals mit auf die Bühne gebracht und im Laufe der Jahre eines der wichtigsten Mitglieder der Kelly Family. Nicht nur, dass Paddy, der übrigens das drittjüngste Mitglied des Familienclans ist, damals An Angel komponierte und damit für den endgültigen Durchbruch sorgte, er trat auch zunehmend als Frontmann der Gruppe auf. Vor allen Dingen aber mutierte er zum Teenie-Schwarm. Immer im Rampenlicht zu stehen ist keine einfache Übung. Mitte der 2000er zog er sich daher auch einige Jahre in ein Kloster zurück, bis er 2011 wieder in die Öffentlichkeit trat. Nach dem Album Human 2015 erschien im vergangenen Jahr dann seine dritte Solo-Platte iD. Die dazugehörige Tour führte ihn nun in die Moselstadt. 

Eine Vorband braucht der Sänger dabei nicht. Pünktlich um 20 Uhr steht er gemeinsam mit seiner Band auf der Bühne und es braucht nur wenige Minuten, bis er sein Publikum in der Hand hat. Tatsächlich nimmt man ihm alles ab, was er sagt. Natürlich ist vieles pathetisch, doch Kelly wirkt ungemein sympathisch, nah an seinem Publikum und wirklich herzlich. Dieser Umstand gepaart mit einem leichten Hang zur Selbstironie zeigen, dass dieser Mensch sich auf der Bühne wirklich wohl fühlt und dabei die Fans, die ihm dieses Leben ermöglichen, nicht vergisst. Zwischendurch begab sich Kelly auch in die Menge, schüttelte Hände oder ließ sich vom Publikum auf Händen tragen. Musikalisch wechselte es zwischen gekonnten Ohrwürmern mit Sing-Along-Charakter, Balladen und rockigeren Stücken. Ein Medley aus Kelly-Family-Tagen schlich sich dazwischen und auch Cover-Songs gab Paddy zum Besten. Nachdem er 2017 bei Sing meinen Song mitgemacht hatte, interpretierte er an diesem Abend Memories von Gentleman (der übrigens am 28. Juli nach Trier kommt) und Flüsterton von Mark Forster. Über die gesamte Zeit hatte er das Publikum fest im Griff, dass an seinen Lippen klebte und eine fast dreistündige Show erlebte.

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