Film der Woche
03.05.2018 hunderttausend.de  
Eleanor & Colette

David gegen Goliath

​​Am Donnerstag, den 3. Mai 2018, läuft das auf einer wahren Begebenheit beruhende Drama Eleanor & Colette in den deutschen Kinos an. Insbesondere Helena Bonham Carter macht das Werk sehenswert. Unser Film der Woche. 

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​​In den 80er Jahren weist sich die unter paranoider Schizophrenie leidende Eleanor Riese wegen Panikattacken selbst ein. Doch was ursprünglich dazu dienen sollte, eine Besserung ihrer Gesundheit herzustellen, wird für die Frau zu einem wahren Alptraum. Denn in dieser Anstalt wird sie gegen ihren Willen festgehalten und medikamentös überdosiert, woraufhin sich Nebenwirkungen einstellen. Isolationszellen, Zwangseinnahme von Psychopharmaka und die Verweigerung von Telefonanrufen führen dazu, dass sie es schafft, Colette Hughes als Anwältin zu engagieren. Die engagierte, junge Frau war selbst als Krankenschwester tätig, bis sie beruflich umstieg und gemeinsam mit Professor Mort Cohen den Fall von Eleanor bis vor das Oberste Gericht zu bringen. Jahrelang zieht sich der Kampf vor der Justiz und in dieser Zeit entwickelt sich zwischen der hart arbeitenden Anwältin und der exzentrischen Eleanor eine Freundschaft, die beider Leben bereichert. 

http://www.broadway-trier.de/ 

Es hat lange gedauert, bis der Stoff tatsächlich verfilmt wurde, auch wenn die Idee schon länger existiert. Letztendlich übernahm der Däne Bille August, der zuvor Filme wie Fräulein Smillas Gespür für Schnee oder Nachtzug nach Lissabon gedreht hat, die Regie. Für die beiden Hauptrollen konnten Hilary Swank und Helena Bonham Carter gewonnen werden, gedreht wurde größtenteils in Nordrhein-Westfalen. ​Die Tatsache, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht und dafür sorgte, dass 1989 das US-Amerikanische Gesundheitssystem im Bezug auf psychisch Kranke geändert wurde, sodass diese mehr Mit- und Selbstbestimmung erfahren, sorgt schon an sich für einen interessanten Plot. filmstarts.de hält fest, dass Bonham-Carter den Film mit "ihrer ganzen schauspielerischen Kraft an sich reißt" und umgeht dabei nicht, dass dies neben vielen guten Seiten auch einige schlechte vorzuweisen hat. Die Webseite wessels-filmkritik.de betont die spannende Ausgangslage und den "packenden Blick hinter die Kulissen eines maroden Gesundheitssystems", bemerkt allerdings auch, dass in der zweiten Hälfte des Films die "Geschichte in allzu generisch-kitschigen Bahnen endet". filmverliebt.de schreibt, dass der Regisseur nah an den "zueinander völlig konträren Frauenfiguren" bleibt und "keine Angst vor Emotionalität hat". Zudem sei ihm "eine bestechend scharfe Kritik an dem Gesundheitssystem gelungen". Kino-Zeit​ fasst zusammen: "Das Werk setzt vor allem auf Dialoge; der dramaturgische Aufbau ist konventionell, die Inszenierung zumeist ziemlich zurückgenommen."


In Kooperation mit dem Broadway Filmtheater präsentieren wir regelmäßig den Film der Woche. 

Foto: Warner Bros.

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