Stadtgespräch
25.01.2017 Vincenzo Sarnelli Simon Engelbert
Dynamite Funk im Kasino Kornmarkt

Von Funk, Vätern und Erfolgsgeschichten

​Es war der 27.01.2012, als Dynamite Funk die "D-Funk-Society" begründete. Der Anlass war ein Gedenkkonzert für den überraschend verstorbenen Sänger Jojo Engelbert in der Tufa. Der traurige Anlass war gleichzeitig der Startpunkt für eine besondere Erfolgsgeschichte. Eine, die auch immer noch Spuren von Jojo Engelbert enthält. 

 
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​Funk ist ein Gefühl. Es ist diese Mischung aus Pop, Soul und eben dem speziellen Etwas. Diesem Kick. Das, was das Tanzbein zucken lässt und selbst eben jene, die sonst das Rhythmusgefühl nur aus dem Fernsehen kennen, zu zuckenden und ekstatischen Tanzgöttern werden lässt. Hüftschwung und Sexyness inklusive. Kein Wunder also, dass Simon Engelbert und Jürgen Schulz sich seit 2004 dieser Musik verschrieben haben. Hüftschwung und Sexyness. Tatsache. Aber ganz im Ernst. Die Gründung der Band Dynamite Funk ist eigentlich eine logische Konsequenz daraus gewesen, dass sowohl im Hause Schulz als auch im Hause Engelbert die Musik allseits präsent war. Die Väter der beiden Dynamite Funk-Gründer, Karl Schulz und Johannes Engelbert, den viele noch als Jojo kennen, prägen die Jugend. Da alle Instrumente beherrschen, kommen die Väter auf die Idee eine eigene Band zu gründen. Ein interfamiliäres Projekt sozusagen. Nach einem halben Jahr hatte diese Combo ihren ersten Auftritt 2001 beim Bunker bebt-Festival. Musik verbindet. Ganze Familien sogar. 

Zwischen 2001 und 2004 passiert jedoch nicht viel. Vielversprechend gestartet, trennen sich irgendwann die Wege. Ausbildungen und andere Beschäftigungen gehen vor. Als sich Schulz und Engelbert dann 2004 wieder treffen, schwelgen sie in Erinnerungen. Es ist dieser vielbeschworene Satz: Man müsse demnächst doch nochmal was zusammen machen. Immer diese Losung, bei der meistens am Ende Großes rauskommt. Die erste gemeinsame Probe der "Rhythmusgruppe" mit Bass und Schlagzeug bringt das jedoch erstmal nicht zu Tage. Unfreiwillige Zuhörer bescheinigen noch keine Bühnentauglichkeit, erzählt Jürgen Schulz mit einem Grinsen: "Vor unserem Haus hatte die Polizei eine Verkehrskontrolle aufgebaut, die unsere ganze Probe miterleben durfte. Als wir fertig waren und rauskamen, sagten sie nur: Wenn wir gewusst hätten, dass ihr hier probt, wären wir woanders hingegangen." Von diesem kleinen Rückschlag lassen sich die Musiker jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil: Jetzt sollte es erst richtig losgehen.
 
"Ich habe dann noch den Gesang übernommen und wir haben uns einen Gitarristen gesucht und sind dann als Trio namens "Second Nature" durch die Kneipen gezogen", erzählt Simon Engelbert. Es könnte also der typische Werdegang einer dieser "Hobby-Bands" werden, doch wer Worte mit den beiden Musikern wechselt, wird schnell merken, dass das nicht der Anspruch ist, dem beide nacheifern. 2007 kommt ein neuer Gitarrist dazu, den die Band übrigens im Kleinanzeigenteil dieses Portals findet. Auch der Bandname wurde gewechselt. Aus "Second Nature" wurde in der Zwischenzeit eben "Dynamite Funk".
 
Und dann folgte jener denkwürdige Abend. Einer dieser eben, deren Anlass ein trauriger ist. Der Tod von Johannes Engelbert war für seinen Sohn ein harter Schlag, der bis heute nachwirkt. Doch gleichzeitig ist es eben dieses Erbe, dass die Band bis heute in vollem Andenken in sich trägt. Am 27.01.2012, also knapp fünf Jahre ist es her, dass Dynamite Funk die "D-Funk-Society" ins Leben rief, um einen Konzertabend zu schaffen, der für Trier unvergesslich wird. Und er wurde nicht nur unvergesslich, sondern für Dynamite Funk einschneidend. "Die D-Funk-Society ist ein Pool an Musikern, Freunden und Bekannten, die mit uns zusammen Musik machen wollen", beschreibt Schulz das Projekt. Was er meint, ist die Möglichkeit aus einem Trio eine zwölf-köpfige Band zu machen. Mit allem Drum und Dran.
 
2013 findet wieder ein Austausch auf der Gitarren-Position statt. Kevin Gläser übernahm den Posten und hat ihn bis heute inne: "Ich war damals Teil einer Jamiroquai-Cover-Band, war aber auf der Suche nach etwas Neuem und irgendwie passte das auch zwischenmenschlich mit uns", erzählt er. Was er meint, ist, dass nicht nur das persönliche Miteinander gut ist, sondern auch die Ziele, also das, wo man mit der Band hin wollte, übereinstimmte. "Klar, ist das hier unser Hobby. Wir hatten auch nie die Illusion, dass wir mit der Band irgendwann unser Leben bestreiten können. Aber wir wollte das immer so machen, dass es die größtmögliche Qualität hat", sagt Engelbert. Und Jürgen Schulz ergänzt: "Wir wollten auch mal zusammen auf großen Bühnen stehen". Zusammen mit Isaac Roosevelt, Teilnehmer beim Casting-Format "The Voice", konnten sich die Musiker diesen Traum erfüllen. Die Kollaboration war ein voller Erfolg, auch wenn es eine stressige Zeit war. Das Touren mit dem Musiker auch über die Landesgrenzen hinaus musste ja mit den vorhanden Jobs, mit dem allgemeinen Alltag in Einklang gebracht werden. Nicht immer ein einfaches Unterfangen. Doch die Band schafft den Spagat zwischen Traum- und Pflichterfüllung. Auch wenn nicht immer alles Rock'n'Roll war.
 
Heute, kurz vor dem fünfjährigen Jubiläum der D-Funk-Society und dem Gedenkkonzert für Jojo Engelbert, klingen die Ziele nicht weniger ehrgeizig. Möglichst oft mit der großen Band auf der Bühne stehen und das Hobby ebenso betreiben, als sei es keins. Nicht als Beruf, aber als Berufung. Und der Antrieb ist der Geist des Funks und die Seele von Vätern, die erkennen, was in ihren Söhnen steckt. Eine Kombination für Erfolgsgeschichten. Bis heute. 

Dynamite Funk spielt am 27. Januar 2017 ein Konzert im Kasino Kornmarkt zur Erinnerung an das Konzert zu Ehren von Jojo Engelbert vor fünf Jahren. Tickets gibt es bei ticket-regional.de und an der Abendkasse. Einlass ist 19:30 Uhr. Beginn des Konzerts mit vielen Gästen ist um 20:30 Uhr. 

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