Stadtgespräch
17.12.2016 Vincenzo Sarnelli Veranstalter
Benefizkonzert für Wolli

„Die Challenge bleibt“

​„Benefizkonzert für Wolli“ heißt die Veranstaltung am 07. Januar 2016 in der Sporthalle auf der Kipp in Trier-Biewer. Wolli, bürgerlich Wolfgang Leinen, ist an ALS erkrankt. Seine Familie möchte mit dem Konzert auf die Nervenkrankheit aufmerksam machen und aufklären, denn „die Ice-Buckets sind leer, doch die Challenge bleibt“. 

 
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​Im Jahr 2014 überschwemmte ein Medienhype im wahrsten Sinne des Wortes das Internet. Videos reihten sich an Videos von Leuten, die sich mit Eimern voll kalten Wassers übergossen und im Anschluss daran Geld an die ALS Gesellschaft in den USA spendeten. ALS oder auch Amytrophe Lateralsklerose ist eine Krankheit, die früher oder später tödlich verläuft. Der Stand der Forschung war vor der Ice-Bucket-Challenge nicht besonders ausgeprägt. Und bis heute sind die genauen Ursachen unklar. Umso wichtiger ist es, zu fragen, was übrig geblieben ist von den Eimern und dem Wasser im übertragenen oder den Informationen und dem Geld im tatsächlichen Sinne.

„Es geht darum, darüber aufzuklären und die Krankheit bekannter zu machen“, sagt Miriam Cartarius, Stieftochter von Wolfgang Leinen, die die Problematik rund um ALS hautnah miterleben muss. „Es war gar nicht so leicht eine Diagnose zu erhalten, weil im Endeffekt noch immer viel zu wenig über die Krankheit bekannt ist.“ Doch resignieren gilt nicht. So hielt es Wolli in seinem Leben oft. Mit seinem Engagement für viele Vereine in Trier-Biewer zeigte er, dass das beste Mittel, um etwas zu erreichen, selbst aktiv zu sein ist. Dass er dieses Credo bis heute beibehält, zeigt sein Wunsch nach diesem Benefiz-Konzert. Seine Kinder sind vom gleichen Schlag. Miriam Cartarius ist Sängerin der Band Gooseflesh und sie musste ihre Bandkollegen nicht lange um eine Teilnahme bitten. Leinens Sohn Patrick gestaltete das Plakat. Kurzerhand wurden auch die Vereine mit ins Boot geholt. Seien es die TSG Biewer oder die Karl-May-Freunde Pluwig, mit denen er Filme gedreht hat und deren zweiter Vorsitzender er war. Als passionierter Hobby-Filmer ist er in Biewer bekannt geworden, doch viele schätzten vor allem seine Art zu helfen, wo es etwas zu helfen gab. Nun wurde es Zeit davon etwas zurück zu geben. Schließlich gilt es beim Auf- und Abbau in der Sporthalle „Auf der Kipp“ anzupacken oder die gastronomische Versorgung sicher zu stellen.
 
„Es ist schön zu sehen, dass alle mit im Boot sind. Wir freuen uns sehr auf den Abend“, sagt Miriam Cartarius. Neben ihrer genannten Band Gooseflesh, die als Headliner fungieren, sind auch Rooster Rock, Akustik-Rock mit zwei Gitarren und Drums, bei denen Cartarius Mann Chris aktiv ist, und Elvis Imitator Gerd Forster aus Saarlouis mit dabei. Moderiert wird der Abend von Nils Teuber, der zusätzlich zum Musik-Programm auch die schwierige Aufgabe der Aufklärung über ALS übernehmen wird. Miriam Cartarius ist es wichtig, dass der Benefizaspekt der Veranstaltung nicht zu kurz kommt. Neben der Möglichkeit am Abend selbst zu spenden - der Eintritt basiert auf Spendenbasis - wurde auch ein Spendenkonto eingerichtet. Dieses läuft über die TSG Biewer und profitieren soll die Neurologie des Trierer Brüderkrankenhauses als Anlaufstelle für ALS-Erkrankte. Denn trotz Ice-Bucket-Challenge fehlt es nach wie vor an Wissen und Behandlungsmöglichkeiten, sodass auch abseits des Internethypes weiterhin Aufmerksamkeit notwendig ist. Miriam Cartatrius und ihre Familie hoffen einen Beitrag dazu leisten zu können. „Wenn am Ende des Abends etwas Geld zusammenkommt und viele Menschen nach Hause gehen, mit dem Wissen, dass es diese Krankheit gibt, dann hätten wir und Wolli unser Ziel erreicht.“ Eines ist bereits erreicht: Die Organisation und die Anteilnahme haben Wolli und seiner Frau bisher eine riesige Freude gemacht. Auch das ist viel Wert.
 
Spenden an: TSG Biewer, IBAN DE13 5855 0130 0000 9556 90, BIC TRISDE55XXX, Verwendungszweck: „ALS-Benefizkonzert“. Eine Spendenquittung ist möglich. Dazu bitte die Adresse mitangeben. 

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