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- episches Theater frei nach Bertolt Brecht -

Furcht & Elend

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Das Ensemble Joya Ghosh & Friends spielt Brechts episches Theaterstück mit hoher Aktualität am 8. Dezember 2022, 19:30 Uhr im Schmit-Z Theater in Trier.


Zum Inhalt:
Insgesamt dreißig Szenen hat Bertolt Brecht in "Furcht und Elend des Dritten Reichs" geschrieben, von denen nun eine kleine bearbeitete Auswahl im Schmit-Z Theater gezeigt wird.
Es sind Schlaglichter auf das Leben im Dritten Reich. Kleine Etüden über die Macht der Angst, des Misstrauens und der Lüge. Mal ganz im Privaten angesiedelt, dann wieder mehr im Politischen. Viel SA und SS marschieren durch den Text und schaffen damit eine große historische Distanz, die durch die Bearbeitung und die Zeitsprünge in unsere Zeit aber immer wieder den Blick öffnen, um die allgemeinen Strukturen hinter den Ereignissen offenzulegen. Eben genau das erzeugt die Auseinandersetzung mit dem aktuellen politischen Geschehen, was Brecht immer vorschwebte und was heute insbesondere bei diesem Stück weit besser funktioniert als noch zu dessen Entstehungszeit.
Brechts Stück, aus dem Exil 1937 geschrieben, ist Mahnmal und Drohung zugleich und zeigt deutlich, was geschehen könnte, weil es bereits einmal geschah. Die dargestellten gegenwärtigen gesellschaftlichen Konflikte sind dabei thematisch zeitlos: Flucht, Meinungsmache, Terror und Rechtspopulismus gewinnen vor dem historischen Hintergrund des Faschismus wieder an Brisanz. In Zeiten, in denen Rechte in Polen, Österreich, Skandinavien oder den USA in der Regierung und die AfD im Bundestag sitzen, ist Brechts „Furcht und Elend des Dritten Reiches“ kein verstaubtes Historienspiel mehr.


Ein im Jahr 2001 erschienenes Buch der Historikerin Anne Morelli beschreibt die 10 Gebote der Kiregspropaganda aus mediensoziologischer Sicht. Diese sind:
- Wir wollen keinen Krieg!
- Der Gegner ist allein für den Krieg verantwortlich!
- Der Führer des feindlichen Lagers wird dämonisiert.
- Wir verteidigen ein edles Ziel und keine besonderen Interessen!
- Der Feind begeht wissentlich Grausamkeiten, wenn wir Fehler machen, geschieht das unabsichtlich.
- Der Feind benutzt unerlaubte Waffen.
- Wir erleiden geringe Verluste, die des Feindes sind erheblich.
- Anerkannte Kulturträger und Wissenschaftler unterstützen unser Anliegen.
- Unser Anliegen hat etwas Heiliges.
- Wer uns in Zweifel zieht, arbeitet für den Feind und ist ein Verräter.

Die Bezüge zur aktuellen Friedenskrise und die daraus resultierenden Fragen beschäftigen uns Künstler und haben uns zur Arbeit mit Brechts Text bewogen. Wir wollen exemplarisch auf der Bühne zeigen, was Deutschland auf keinen Fall mehr erleben will.
Idealerweise erkennen die Besucher die Gefahren der aktuellen politischen Strömungen und fragen sich: “Was sollen wir machen? Wie können wir damit umgehen?“ Eine Antwort ist auch die Inszenierung dieses politischen Stücks.


Konzept, Textbearbeitung und Regie: Joya Ghosh
Assistenz/Technik: Laura Scholzen
Es spielen:
Jörg Harald Werron
Jennifer Maron
Gabriela Kiefl
Joya Ghosh
Elke Hennig

als Brechtscher Chor:
Max van Ooyen,Kaja Kernjak,Antonia Rettig,Elke Hennig




Foto: MLR Fotografie und Design

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