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Jazz

Julie Campiche Quartet

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​Es gibt Instrumente, die schreien förmlich nach Jazz. Die Harfe gehört eher nicht dazu, und doch traut sich die Schweizerin Julie Campiche, ihr Instrument auf eine Art und Weise einzusetzen, wie man es vorher selten gehört hat. Julie Campiche, eine unerschrockene musikalische Grenzgängerin, kreiert neue Sounds dieses altehrwürdigen Instruments. Im Jahr 2013 war sie die erste, die als Harfenistin einen Jazz Bachelor-Abschluss an der Hochschule für Musik in Lausanne erworben hatte. Bereits 2008 gründete sie die Band Orioxy, mit der sie acht Jahre lang auf den Bühnen Europas stand. Die ungewöhnliche Besetzung – Gesang, Harfe, Kontrabass und Schlagzeug – brachten auch ungewöhnliche Arrangements mit sich, die aufhorchen ließen. Nach drei Alben trennten sich die Wege der jungen Musiker.

Nach Dudelange kommt Julie Campiche mit ihrem eigenen, rein instrumentalen Trio aus jungen Schweizer Jazzmusikern und ihrem soeben beim renommierten Label Meta Records erschienenen Debütalbum „Onkalo“ im Gepäck. Mit einem ausgeklügelten Gemisch aus elektronischen Effekten und akustischen Klängen schafft die Band eine melancholisch angehauchte Atmosphäre, welche mühelos zwischen zarten, zerbrechlichen und treibend ekstatischen Stimmungen hin und her pendelt. Ein elektroakustisches Klangerlebnis, welches der Improvisation viel Freiraum lässt. Dabei dienen die großen Fragen ihrer Generation als Inspirationsquelle für Julie Campiches Kompositionen – wie beispielsweise im Fall vom Stück Onkalo, welches nach dem Standort des ersten Endlagers für radioaktiven Abfall benannt ist, oder dem Stück »Flash Info« welches die mediale Reizüberflutung thematisiert. Passt die Harfe, dieses engelsgleiche Instrument, dessen Erfindung um 3000 v. Chr. datiert wird, zu einer modernen Musikrichtung wie dem Jazz? Die Antwort ist ganz klar: Ja. Und Julie Campiche liefert uns den besten Beweis dafür.



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