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William Kentridge

Sibyl

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Sibyl von William Kentridge ist ein Abend für drei TänzerInnen und ein sechsköpfiges Chorensemble. Er besteht aus zwei Teilen. Der erste ist ein zweiundzwanzig-minütiger Film mit dem Titel The Moment Has Gone, der von Live-Musik begleitet wird. Der zweite ist eine zweiundvierzig-minütige Kammeroper mit dem Titel Waiting for the Sibyl. Beide Vorstellungen bilden einen einzigartigen Teil im Gesamtwerk des südafrikanischen Künstlers William Kentridge: einen Abend voll visueller und akustischer Alchemie, wie ihn das Publikum noch nicht erlebt hat.

Waiting for the Sibyl ist ein von den Théâtres de  la Ville de Luxembourg, dem Teatro dell'Opera di Roma und Dramaten – Stockholm gemeinsam in Auftrag gegebenes Werk und entstand in Zusammenarbeit mit der Chorleiterin und Tänzerin Nhlanhla Mahlangu sowie dem Komponisten Kyle Shepherd und gliedert sich in sechs kurze Szenen, die durch das Senken und Heben des Vorhangs voneinander getrennt werden. Das Werk verbindet eine Reihe Elemente, die für Kentridges visionäre Praxis charakteristisch sind: Projektionen, Live-Performances, Musik vom Band und Live-Schatten-spiele mit handgemalten Hintergründen. Mit ihnen wird die Geschichte der Prophetin Sibylle von Cumae erzählt, die das Schicksal von Menschen auf Eichenblätter schreibt und diese am Eingang ihrer Höhle auf einen Laubhaufen legt.

Hinter dieser Geschichte, die noch nie zuvor für die Oper adaptiert wurde, steckt das Motiv der Sibylle unserer Zeit, des Algorithmus, der unsere Zukunft, unsere Gesundheit und unser Alter vorhersagt. In unserem Wunsch, uns von etwas anderem als einer Maschine in die Zukunft führen zu lassen, klammern wir Menschen uns jedoch weiterhin an die Möglichkeit einer menschlichen Sibylle.

Kentriges Werk bietet eine tiefe, explosive, spielerische und visuell beeindruckende Reflexion darüber, was es bedeutet, in der heutigen Welt „am Leben zu sein“, indem es sich mit der grundlegend menschlichen Aufgabe befasst, dem inhärenten tragischen Zustand, immer zu wissen, wohin uns unser Ende führt, ohne es je wirklich zu wissen, einen Sinn zu geben. Alles dreht sich um dieses verfluchte und gleichzeitig gesegnete Bewusstsein, das uns erst zu Menschen macht.

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