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OPER IN EINEM AUFZUGE NEBST EINEM VORSPIEL

Adriane auf Naxos

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Ariadne auf Naxos (1916) von Richard Strauss fehlt es nicht an Modernität, insofern diese Oper, mit einem Libretto von Hofmannsthal, dem Autor seiner Wahl, eine unerwartete Begegnung zwischen zwei entgegengesetzten lyrischen Stilen bewerkstelligt, der Opera seria und der Opera buffa, und darüber hinaus den stets amüsanten Kunstgriff des Spiels-im-Spiel nutzt. Das Ergebnis ist eine Kammeroper, die genauso frech wie unwiderstehlich ist.

Der reichste Mann Wiens verpflichtet zwei Truppen und beauftragt sie zur gleichen Zeit, ein „ernsthaftes“ und ein „komisches“ Werk auf Basis des Ariadne auf Naxos-Stoffs zu erschaffen. Am Ende verlangt er, dass beide sich zusammentun für eine gemeinsame Aufführung.

Auf musikalischer Ebene gelingt Strauss ein köstlicher Zusammenprall zweier Gattungen. Seine Partitur ist parodistisch, gespickt mit unzähligen Zitaten, aber sie ist vor allem wunderbar originell. Der Kontrast findet sich auch in den Stimmen: der von Ariadne, der leidenden, verlassenen Frau, und der von Zerbinetta, der lebhaften und sprudelnden Figur aus der commedia dell'arte.

In ihrer Inszenierung, bei der Martin Crimp als Dramaturg fungiert hat, verzichtet Katie Mitchell diesmal auf ihr „Live-Kino“, um den Fokus auf eine Charakterisierung der Figuren durch ihr äußeres Erscheinungsbild zu setzen: durch die Auswahl ihrer Kleider, durch ihre Gestik setzt sie sich zunehmend mit dem Begriff des Geschlechts auseinander.

Diese klar definierten Rollen werden insbesondere von Ann Petersen (Ariadne), Roberto Saccà (Bacchus) und Olga Pudova (Zerbinetta) verkörpert und gesungen, und begleitet vom Orchestre Philharmonique du Luxembourg unter der Leitung von Lawrence Renes.​

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