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Mandy Thiery

Das Fenster

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​Seit der Spielzeit 17-18 arbeiten die Théâtres de la Ville de Luxembourg regelmäßig mit dem Saarländischen Staatstheater zusammen. Mit Gastspielen (Süden, Regie: Thierry Mousset), gemeinsam erarbeiteten Inszenierungen mit gemischten Ensembles (Tom auf dem Lande, Regie: Max Claessen) und Stückaufträgen (Mettlach, Regie: Lydia Dimitrow) haben die benachbarten Häuser das kreative Potenzial verschiedener Stile ausprobiert, Grenzen überwunden und nach einer verbindenden Theatersprache gesucht.

In dieser Spielzeit wollen beide Theater noch einen Schritt weitergehen und haben die junge Escher Autorin Mandy Thiery mit einem Stück zum Thema Grenzen beauftragt. Der Absolventin des Masters in Theaterwissenschaft an der Universität Luxemburg – ihr Stück Escher Meedchen im Théâtre d'Esch hat 2018 Publikum und Kritik begeistert – wurde es dabei freigestellt, die Grenzen ihres Stoffs selber zu ziehen. Die Inszenie-rung von Das Fenster übernimmt der deutsche Regisseur und Schauspieler Thorsten Köhler, der auch die sparte4 in Saarbrücken leitet.

Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mannes namens Chris, der von einem gescheiterten Bewerbungsgespräch nach Hause kommt. Er zieht sich in sein Zimmer zurück und schaut aus dem Fenster. Als er dieses öffnet, um sich seinen Frust aus dem Leib zu schreiben, wird ihm plötzlich eine Hand entgegengestreckt. Er ergreift sie. Lucien ist am Gebäude hochgeklettert. Ein erstaunter, über- forderter Chris versucht, den Eindringling loszuwerden, doch dieser bleibt vorübergehend bei ihm. Zwei gegensätzliche Figuren stehen sich gegenüber. Das eigene Weltbild wird auf den Kopf gestellt. Aber wer das Fremde kennenlernen will, muss eine gewisse Offenheit besitzen. Diese Offenheit haben beide Männer, sei es durch Neugierde oder Verzweiflung.

Die Autorin fragt in diesem Stück nach der Grenze, die uns daran hindert, Gemeinschaft auszuprobieren. Persönliche Grenzen, im Sinne eines „bis hierhin und nicht weiter“, können lebenswichtig sein. Manchmal stellt ihre Überwindung jedoch eine Befreiung dar.



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