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Oper in vier Akten

Orphée et Eurydice

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​Orphée beklagt den Tod von Eurydice. Seine Schmerzen und sein Verlangen danach, seine Geliebte wiederzufinden, sind derart, dass Amor seinen Bitten nachgibt. Er kann Eurydice aus der Unterwelt herausführen, allerdings unter einer Bedingung: Er darf sie während der Rückreise nicht ein einziges Mal anschauen.

Wenn Monteverdi der Erfinder der Oper ist, dann ist Gluck (1714-1787) ihr Reformer: als Reaktion auf die barocken Exzesse fordert er mehr Einfachheit, Natürlichkeit, ja, sogar Strenge. Die Partitur ist prachtvoll und reich an Kontrasten.

Aurélien Bory inszeniert diese faszinierende Reise in die Unterwelt. Als Choreograph zeichnet er sich durch eine pluralistische Herangehensweise an seine Kunst aus; so nutzt er ZirkuskünstlerInnen und interessiert sich für die Wissenschaften, die er szenisch übersetzt. Im Falle von Orphée et Eurydice ermöglicht ihm ein beeindruckendes technisches Verfahren, optische Spiele zu vervielfältigen, Spiele mit der Wahrnehmung und dem Verschwinden. Sechs TänzerInnen verleihen der Geschichte ihren Rhythmus und werden zu ihren Zeremonienmeistern. Ein innovativer Blickwinkel entsteht insbesondere durch die Tatsache, dass Orphée von einer Frau verkörpert wird. Die Liebesgeschichte erhält somit eine zusätzliche Bedeutung: Als Geschichte der Leidenschaft verlebendigt sie Aristophanes' Theorie, nach der der Mensch, einst eine Einheit,  in zwei geteilt wurde und die Suche nach Liebe die Hoffnung einer Wiedervereinigung ist.

Dynamisch und geschickt in der Handhabung  der verschiedenen Klangfarben, Kontraste und Atmosphären lassen Raphaël Pichon und sein Ensemble Pygmalion, die sich durch die Interpre-tation von Werken des achtzehnten Jahrhunderts einen Namen gemacht haben, den ganzen musikali-schen Reichtum dieser Oper erklingen.​

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