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11.11.2016 Vincenzo Sarnelli Vincenzo Sarnelli
Disco//Oslo in der Luke

Irgendwie Inception

​Gestern, am 10. November, spielte die Punkband Disco//Oslo in der Luke Trier. Mit Hilfe des Supports Señor Karõshi aus Trier zeigten die Oldenburger eine altbewährte Punkrock-Show. hunderttausend.de war mit der Kamera dabei. 

 
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Es ist ziemlich überraschend eigentlich. Disco//Oslo gibt es mittlerweile bereits seit acht Jahren. Und doch könnte man meinen, dass sie auf dem Trierer Punkrock-Radar nicht so ganz präsent waren. Um so besser eigentlich, dass die Luke dennoch für einen Donnerstag-Abend recht gut gefüllt war. Rund 50 Personen schauten sich das Konzert der Band an und wurden dabei sicher auch an Dinge erinnert. Aber dazu später mehr.

Mit Señor Karõshi stand eine Band zum Support bereit, die in Trier mittlerweile bekannt sein dürfte. Punkrock-Riffs treffen deutsche Texte und bewegt sich damit sowohl schematisch als auch thematisch immer zwischen Post- und Punk. Soweit so bekannt. Grundsätzlich ist das solide, was die Trierer da auf die Bühne bringen und es macht auch durchaus Spaß, doch manchmal wünscht man sich dann doch eine gewisse Variation, vielleicht auch mal einen Gang zurück und Songideen vielleicht auch noch ein oder zweimal weiter zu denken. Nichts dramatisches, aber eben vielleicht für einen casual Donnerstag-Abend etwas zu wenig. 

Disco//Oslo zeigen eben diese Variation schon etwas deutlicher. Doch - und wir kommen wieder zum Anfang zurück - klingt das alles schon so, als hätte man das bereits gehört. Sorry Jungs, aber verdammte Axt euer Sänger Tenzin klingt wie Alex von Pascow. Und wenn man das einmal realisiert hat, wird es schwer, das wieder aus dem Kopf zu kriegen. Nun ist ein Vergleich mit einer der erfolgreichsten Punk-Bands der Region keine Schande, im Gegenteil. Aber es ist schon vorstellbar, dass der Vergleich irgendwann nervt, wenn man bedenkt, dass Disco//Oslo eben bereits seit 2008 unterwegs sind und sich dementsprechend emanzipiert haben dürften von der Gefahr der ständigen Wiederholung. Und im Endeffekt ist es das eben auch einfach nicht. Mit ihrem im Mai erschienen zweiten Album "Tyke" haben die Oldenburger endgültig gezeigt, dass sie vor allem im Songwriting längst nicht nur eine Kopie, sondern mindestens auf Augenhöhe mit vergleichbaren Bands sind. "Teenageangst" ist ein Song für die Ewigkeit! Das gilt für Live genauso wie auf Platte. "Und diese Teenageangst bleibt sein ganzes Leben lang". Disco//Oslo darauf zu reduzieren, dass sie vielleicht nicht viel mehr machen, als das, was andere auch gemacht haben, ist ein Hohn, vor allem wenn man bedenkt, dass die Punk-Szene sich eben genau das seit Jahrzehnten zu eigen gemacht hat. Disco//Oslo haben mit "Tyke" eine starke Platte vorgelegt und sind, so erlebt am gestrigen Donnerstag, auch live ein Brett. Und wenn man dabei zwischendurch an die alten (!) Herren von Pascow denkt, dann ist das eine schöne Sache. An gute Bands denkt man doch gerne mal zwischendurch. 

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