Uraufführung des Tanzstückes von Sven Grützmacher
Pablo Picasso merkte über den 1985 verstorbenen Jahrhundertmaler Marc Chagall an: "Ich weiß nicht, woher Chagall diese Bilder nimmt. Er muss einen Engel im Kopf haben". Und in der Tat ist die Lebensgeschichte Chagalls eine Art übersinnliche Reise durch die Zeit. Mit seinen farbenreichen, vom Realismus abgewandten Werken revolutionierte der gebürtige Russe, der später in Paris und den USA lebte, die Kunstwelt, musste jedoch während des Nationalsozialismus aufgrund seiner jüdischen Herkunft auch die Verfemung seines Schaffens erleben.
Nichtsdestotrotz war sein Glaube an die kathartische Wirkung der Kunst nicht zu brechen:
Unzählige Retrospektiven weltweit dokumentieren seinen enormen
Schaffensdrang, und seine Werke sind auch in der Umgebung Triers zu bewundern: In der französischen Nachbarstadt Metz gestaltete er ebenso wie in Mainz Fenster für die Kathedralen.
Nach Publikumserfolgen wie "Brel - Le Grand Jacques" und "Piaf" knüpft das Tanztheater Trier erneut an die programmatische Auseinandersetzung mit großen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts an. In seiner Choreografie "La Vie", das von dem gleichnamigen Gemälde Marc Chagalls inspiriert wurde, nähert sich Tanztheaterdirektor Sven Grützmacher der faszinierenden Aura des kosmopolitischen Ausnahmekünstlers und streift dabei globale historische Epochen.
So entsteht ein sinnlicher Bilderkosmos über Höhen und Tiefen eines Lebens, das von Menschenliebe, Weisheit und Humor geprägt war. Eine äquivalente musikalische Live-Begleitung des Tanzabends verspricht der überregional bekannte Klezmer-Klarinettist Helmut Eisel.
Vor dem Hintergrund der Beschäftigung mit dem christlich-jüdischen Maler Marc Chagall wird die Produktion auch im Rahmen der Heilig Rock Tage 2012 gezeigt (chb).
Künstlerische Leitung:
- Choreografie und Inszenierung: Sven Grützmacher
- Musikalische Leitung: Helmut Eisel
- Bühnenbild: Slava Prischedko
- Dramaturgie: Peter Oppermann
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