Gibt es das Böse? Wenn ja, dann nährt es sich langsam, aber stetig an denen, die keine Wahl haben. Max, der Jäger, hat Angst. Prüfungsangst. Denn die Obrigkeit hat entschieden, dass er seine Braut nur heiraten darf, wenn er das Ziel beim Probeschuss nicht verfehlt. Doch seit einiger Zeit trifft er nicht mehr. Er braucht den Stoff, aus dem seine Träume sind: Kugeln, die immer treffen. So fällt er einen fatalen Entschluss, der ihn und seine Braut ins Verderben führt.
Die romantische Oper ist weniger eine Hommage an den deutschen Wald als eine Fallstudie über Verführbarkeit und Verwundbarkeit, Existenzängste und Leistungsdruck in einer hermetischen Klassengesellschaft. Carl Maria von Webers 1821 in Berlin uraufgeführtes Werk mit dem Text von Johann Friedrich Kind erklingt in der selten gespielten Fassung mit Rezitativen von Hector Berlioz: LE FREYSCHÜTZ präsentiert sich als Große Oper mit gesungenen Dialogen. Hier begegnen sich deutsche und französische Opernkultur (cp).