Hedda Gabler hat den Kulturhistoriker Jörg Tesman geheiratet. Er war nicht ihre erste Wahl, denn der geeignete Kandidat für die Generalstochter ließ auf sich warten. Nach einer sechsmonatigen Hochzeitsreise kehrt das junge Ehepaar in seine neue Villa zurück. Für die Einrichtung dieser Villa hat Tesman sich finanziell übernommen, um seiner Frau einen adäquaten Lebensstil bieten zu können, zumal ihm die angestrebte Professur noch nicht sicher ist.
Ejlert Lövborg, ein begnadeter, aber labiler und dem Alkohol verfallener Mann, war Heddas Jugendliebe, genügte damals aber ihren Ansprüchen nicht. Als Hedda erfahren muss, dass Lövberg sich mit Hilfe seiner "Kameradin" Thea Elvsted aus dem Sumpf befreit hat und nun vor der Veröffentlichung eines wissenschaftlich wegweisenden Werks steht, sieht sie die Karriere ihres Mannes in Gefahr.
Ihre Lebenspläne scheinen zu scheitern und Hedda setzt alles daran, dies zu verhindern. In "Hedda Gabler" zeichnet der Dramatiker Henrik Ibsen das Bild einer Frau, die gegen Konventionen und die Langeweile in ihrem Leben aufbegehrt. Den Weg in ein eigenes selbst bestimmtes Leben findet sie jedoch nicht und richtet ihre Kraft, aber auch ihre Wut, gegen alles, was sich ihr entgegenstellt und letztlich sogar gegen sich selbst.
Intendant Gerhard Weber findet in seiner Neuinszenierung dabei aktuelle Bezugspunkte zu unserer heutigen Zeit, in der zwar die Eigenverantwortlichkeit und Selbstverwirklichung des Menschen akzeptiert wird, aber die Verstrickungen von Erziehung und gesellschaftlichen Normen dem oft zuwider laufen und zu tödlichen Konsequenzen führen (chb).
Künstlerische Leitung:
- Inszenierung: Gerhard Weber
- Bühnenbild: Anouk Schiltz
- Kostüme: Carola Vollath
- Dramaturgie: Sylvia Martin
Ticket-Info:
Theaterkasse Tel.: (0651) 718 18 18