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Tattoo 
Stück von Igor Bauersima und Réjane Desvignes
In der populären Gegenwartsdramatik wird Zwischenmenschliches allzu oft mit einem Happen gängiger Kunstproblematik serviert. Die hierbei immer wieder gestellten Fragen nach dem Wert und der Funktion von Kunst, was sie bewirken kann oder leisten soll, laufen Gefahr, als Plattitüden der Postmoderne abgestempelt und mit Allgemeinplätzchen abgespeist zu werden.

Dass sie noch heute ernst genommen werden dürfen, zeigt Igor Bauersimas Stück "Tattoo" – wo Inhalt und Form zu einem kompromisslosen Ganzen verschmelzen, wo künstlerischer Idealismus gegen ökonomischen Erfolgszwang ausgespielt und die Selbstbestimmung des Künstlers auf seine Korrumpierbarkeit hin untersucht wird. In "Tattoo" macht das Konzept die Wahrnehmung aus und das Kunstwerk den Menschen. Denn die Helden des Dramas, ob Schauspielerin Lea, Schriftsteller Fred, ihr Jugendfreund Tiger oder die Galeristin Naomi sind bloß Figuren auf einem Schachbrett, das sich verselbstständigt – in einem Spiel, das zu bizarr scheint, um wahr zu sein, aber zu spürbar unter die Haut geht, um Schein zu bleiben (rl).

Ticket-Info:
Eintritt: € 8,00 (5,00 ermäßigt).