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Dienstag, 08.11.2011
-w- Eheleute Del Monaco
"In der Küche braucht es Kompetenz und Leidenschaft"
Erst kam Rossini, dann Puccini: Mit der Namenswahl ihrer Restaurants streuen die Eheleute Guido und Michaela Del Monaco die Namen ihrer Lieblingskomponisten in das Trierer Stadtbild. Seitdem sie vor acht Jahren mit der Trattoria Rossini ihr erstes Restaurant eröffnet haben, hat sich ihr Name zu einem Synonym für erstklassige italienische Küche entwickelt. Mit dem Puccini haben sie sich ihr zweites Standbein aufgebaut: Mit dem Schwerpunkt auf toskanischer Küche – und endlich mehr Platz.
-w- Eheleute Del Monaco;"In der Küche braucht es Kompetenz und Leidenschaft"

Foto: Willy Speicher

Trier. Spät am Nachmittag sitzt Guido Del Monaco an der Theke seines Restaurants Puccini und sieht dem Abend entgegen: "Es ist gerade noch die Ruhe vor dem Sturm", sagt er mit Blick auf die gedeckten Tische. In der Küche wird Pasta vorbereitet und Gemüse geschnitten – die Reservierungen für den Abend liegen schon vor. An den Wänden hängen Plakate: Turandot, Tosca, La Bohème. Opern von Giacomo Puccini, der dem Restaurant seinen Namen gegeben hat. Vor einem Jahr erfüllte er sich gemeinsam mit seiner Frau den lange gehegten Wunsch, ein zweites Restaurant zu eröffnen.

In seinem Stammrestaurant, der Trattoria Rossini, die sich seit ihrer Eröffnung vor acht Jahren längst als Spitzen-Italiener etabliert hat, stellten sich die Möglichkeiten zum Experimentieren als beschränkt heraus: Der kleine Raum, den Gäste gerade aufgrund seiner Gemütlichkeit schätzen, machte es schwierig, die Tische umzustellen oder größere Gesellschaften zu bewirten. Außerdem sei es problematisch gewesen, große Änderungen auf der Karte durchzusetzen: "Die Gäste haben sich mit den Jahren an ihre Lieblingsgerichte gewöhnt", sagt Michaela Del Monaco, "und die will man ihnen natürlich nicht wegnehmen".

Mit der Eröffnung des Puccini ergaben sich für das Inhaberpaar endlich neue Möglichkeiten: Der Raum an der Ecke Feldstraße/Johannisstraße ist mit fünfzig Plätzen großzügig bemessen; große Gruppen können hier problemlos bewirtet werden, ohne dass der Raum unpersönlich wird. "Gutes Ambiente ist für mich genauso wichtig wie gute Küche", erklärt Del Monaco. Die Karte ist spezialisiert auf toskanische Küche – und wird auch stärker variiert als in der Trattoria. Außerdem können hier die Gäste aufgefangen werden, die sonntags in der Nagelstraße vor verschlossenen Türen stehen: Ruhetag ist hier der Montag.

Das Telefon klingelt. Ein Spätentschlossener fragt nach einem Tisch für zwei Personen. "Das kriegen wir schon hin, ich mache Ihnen einen schönen Platz fertig", beruhigt Del Monaco in den Hörer. Von der Annahme der Reservierungen über das Servieren des Kaffees bis zum Rausbringen des Mülls – der Geschäftsführer ist sich für keine der Aufgaben zu schade, die im laufenden Betrieb anfallen: "Ich packe dort an, wo es gerade nötig ist", sagt er, "das gehört dazu, wenn man ein Restaurant betreibt".

Vor fünfzehn Jahre kam er nach Trier - und blieb. "Ich mag das gemütliche, dörfliche Stadtbild und die familiäre Atmosphäre", erklärt er seine Entscheidung für die kleine Großstadt. Die tiefe Liebe zur guten italienischen Küche wurzelt in seiner Kindheit: "Essen wurde bei uns immer als Großereignis zelebriert", erinnert sich der 47-Jährige, "vieles von dem, was wir heute auf der Karte haben, gab es damals auch in unserer Familie zum Essen: hausgemachte Pasta, Ravioli und Kartoffelgnocchi". In der Küche seiner Restaurants werden die Gerichte ausschließlich selbst gemacht: vom Schälen der Kartoffeln bis zum Abschmecken der Sauce. "Ich kenne kein anderes Restaurant, in dem heute noch so gekocht wird", sagt Del Monaco, der zwar virtuos über Geschmäcker, Zubereitungsarten und Nuancen schwärmen kann, aber nie eigene Erfolge als Koch feiern konnte: "Essen interpretieren kann ich sehr gut, aber zum Kochen fehlen mir die Ruhe und Geduld", gibt er zu. Für die Geschicke der Küche deshalb in der Trattoria Rossini seine Frau Michaela, im Puccini gemeinsam mit ihr Diego Tomaselli zuständig. Zwei Personen, die in Del Monacos Augen die beiden Eigenschaften mitbringen, die eine gute Küche braucht: Kompetenz und Leidenschaft.

Bei aller Liebe bleibt die Gastronomie aber ein hartes Gewerbe: Undankbare Arbeitszeiten, Dauerstress und körperliche Anstrengung schrecken viele ab, andere werfen nach Jahren das Handtuch. Guido Del Monaco ist jetzt seit 25 Jahren als Gastronom tätig und weiß um die Mühen des Berufs aus eigener Erfahrung: "Man braucht dafür Seele und Leidenschaft", erklärt er sein Durchhalten, "ohne geht es wirklich nicht". Ermüdungserscheinungen sucht man vergebens: Für das nächste Jahr planen die Eheleute Del Monaco die Eröffnung eines dritten Restaurants in Trier (ks).
– von Promo