Mit einer mobilen Lärmschutzwand sollen die Ohren der Anwohner rund um das Amphtitheater künftig geschont werden. Damit vereinfacht sich auch die Durchführung von Veranstaltungen in der antiken Spielstätte.
Trier (red/jek). Langfristige Planungssicherheit war das Ziel, als der Stadtrat 2008 beschloss, das Areal des Amphitheaters als »Kulturdenkmal/Veranstaltungstätte« im Rahmen eines neuen Bebauungsplans zu definieren. Noch ist das langwierige Verfahren, in das auch die Einwände der betroffenen Anwohner einbezogen werden müssen, nicht abgeschlossen. Zumindest liegen jetzt aber konkrete Maßnahmen vor, die Bewohner der umliegenden Straßen vor übermäßigem Lärm durch Veranstaltungen schützen sollen.
Das für die Planungen zuständige Büro FIRU (Koblenz/Kaiserslautern) sieht hierfür die Installation einer 60 Meter langen und zwei Meter hohen mobilen Schutzwand vor. Unmittelbar benachbarte Häuser sollen zudem durch Schallschutzfenster und schallgedämmte Dauerlüfter vor allzu lauten Klängen verschont bleiben. Zur Verkehrsberuhigung können Veranstaltungsbesucher mit ihrer Eintrittskarte kostenlos mit Bussen zum Amphitheater fahren und so die Parkmöglichkeiten der City nutzen.
Augenscheinlich sind die Planungen nach Lesart der Pressemeldung zunächst dafür gedacht, die Durchführung der Antikenfestspiele zu vereinfachen. Bislang war aufgrund der Lärmbelastung für jegliche Art von Veranstaltung im Amphitheater eine Genehmigung der zuständigen Struktur- und Genehmigungsdirektion-Nord notwendig. Diese vergab für solche Zwecke naturgemäß nur wenige Termine. Dieses Genehmigungsverfahren würde mit Abschluss der Maßnahmen auf das Bauamt der Stadt Trier übergehen.
Dass bei diesem geringen Angebot an Nutzungstagen zuallererst die städtischen Veranstaltungen zum Zuge kommen, musste im letzten Jahr auch der Konzertveranstalter Popp-Concerts feststellen (
16vor berichtete), der nur aufgrund der Absage der Antikenfestspiele 2009 BAP und IN EXTREMO ins Amphitheater holen konnte.
Ob von den geplante Maßnahmen auch andere Veranstalter profitieren bleibt unklar. Zwar zeigt sich Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani auf Anfrage von hunderttausend.de davon überzeugt, dass nach Abschluss der notwendigen Arbeiten alle Veranstaltungen vom Schallschutz profitieren, dennoch stehe die Planungsischerheit für die Durchführung der Antikenfestspiele im Mittelpunkt des Vorhabens. Ebenfalls sei mit dem neuen Bebauungsplan nicht vorgesehen, die Anzahl der Veranstaltungen im Aphitheater zu erweitern.