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Montag, 08.02.2010
Karneval in Trier 2010
Jenseits der Pappnasen
Bis zum Aschermittwoch kommen auch Karnevalsmuffel nur dann ungeschoren davon, wenn sie sich zu Hause einschließen. Und dabei gibt es gute Gründe, das Haus zu verlassen.
Foto: Jens Kirschner
Trier. Karneval ist extrem: Entweder man liebt oder man hasst ihn. Auch wenn sich Karnevalsmuffel ab Weiberfastnacht nur schwer dem bunten Treiben entziehen können, hat hunderttausend.de ein paar Tipps auf Lager, wie es sich auch abseits der Kappensitzungen feiern lässt.
Donnerstag, 11. Februar (Weiberfastnacht):
Am Tag der abgeschnittenen Schlipse nähert sich der Karneval seinem Höhepunkt. Traditionell bekommt die Stadtverwaltung Besuch des Karnevalsprinzen nebst Gefolgschaft; das Rathaus wird gestürmt.
Auf die Machtübergabe des Oberbürgermeisters an den amtierenden Karnevalsprinzen Ralf I. müssen die Jecken in diesem Jahr verzichten (hunderttausend.de berichtete). Damit ist der erste Tagesordnungspunkt in diesem Jahr die Proklamation auf dem Hauptmarkt um 11:11 Uhr, wenn Ralf I. den Stadtschlüssel von Baudezernentin Kaes-Torchiani überreicht bekommt.
Die anschließende Party auf dem Hauptmarkt endet um 14:00 Uhr. Direkt im Anschluss lädt das Stockwerk zum Weiberdonnerstagsball ein. Frohe Kunde für alle Jecken: Bis 15:00 Uhr gibt’s freien Eintritt.
Im Havanna am Viehmarkt rührt derweil schon DJ-Dani die Plattenteller warm. Ab 18:00 Uhr steht auch hier alles im Zeichen der närrischen Weiber, durchgehende Beschallung durch Partyhits inklusive. Der Eintritt ist frei.
Genug von Partymucke? In der »Flucht nach vorn« wartet ab 17:17 Uhr das Weiberfasching Double-Feature. Die DJs Berni und Christian Schütt laden ein zum illustren Tanztee mit House und Minimal. Ab Mitternacht übernehmen die DJs Marlon & Rob die musikalische Verantwortung und packen Funk- und Soul-Leckerbissen auf den Plattenteller.
Montag, 15. Februar (Rosenmontag):
Wenn sich am Rosenmontag um 12:11 Uhr der Trierer Karnevalsumzug in Bewegung setzt, um sich von Trier-Nord in den Süden vorzukämpfen, laufen auch erneut in der »Flucht« die Vorbereitungen für eine alternative Nachmittagsgestaltung. Dass die Herren in der Judengasse nicht sonderlich viel vom Höhepunkt des traditionellen Karnevals halten, offenbart der Titel ihrer Nachmittagssause: »Rosenmontagsscheiß«. Sei’s drum, ab 15:12 Uhr drehen Ficke Drexler, Turbo Turtone und König Fartboy alles durch den musikalischen Fleischwolf, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Im Ergebnis: eine exklusive Mischung aus Eurodance, Schlager Deutschpunk, Indie und Techno.
Zu späterer Stunde öffnet das Forum zu seinem traditionellen Rosenmontagsball, und verspricht, mit den besten Rosenmontagsscheiben von Schlager bis Disco, dem eigentlichen Karnevalsgedanken schon etwas näher zu kommen. Die Türen dort öffnen sich um 22:00 Uhr. Ein Leckerbissen nicht nur für all jene, die sich auch in diesem Jahr nicht entgehen lassen wollen, in welche Fummel sich die Forum-Residents diesmal geschmissen haben.
Dienstag, 16. Februar (Faschingsdienstag):
Kurz vor Aschermittwoch wird es etwas ruhiger in Triers Tanztempeln. Stattdessen bietet sich ein Besuch im Varieté Chat Noir an. Gezeigt wird an diesem Abend der Klassiker »The Rocky Horror Picture Show«. Beginn ist um 20:00 Uhr.
Auch im Club Toni am Domfreihof geht es gemächlicher zu. Die 32/20 BLUES BAND setzt ihre »Tribute to Rory Gallagher's Irish Tour«, mit der sie bereits im letzten Jahr quer durch die Republik reisten, fort. Eine Hommage an den großen Gitarristen. Beginn ist um 20:00 Uhr (ds).
– von Jens Kirschner