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Freitag, 16.07.2010
Raue Schönheit
Ländliches Idyll
Am Sonntag, 18. Juli 2010, beginnt im Stadtmuseum Simeonstift eine neue Sonderausstellung mit dem Titel: "Raue Schönheit. Eifel und Ardennen im Blick der Künstler". Hochkarätige Exponate laden noch bis zum 24. Oktober dazu ein, die heimatliche Region einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten.
Raue Schönheit;Ländliches Idyll
Foto: Promo
Trier. Denkt man an Eifel und Ardennen, denkt man an Urlaub in Deutschland, Großoffensiven im 2. Weltkrieg und rustikale Küche. Auf Malerei kommt man lange nicht. Ein Missstand, dem das Stadtmuseum Simeonstift in den nächsten Monaten entgegenarbeiten wird. Denn die Landschaften in Eifel, Ardennen und dem luxemburgische Ösling waren seit jeher beliebte Motive für Maler vieler Nationen und Stilrichtungen.

Die Sonderausstellung "Raue Schönheit. Eifel und Ardennen im Blick der Künstler" präsentiert bis zum 24. Oktober 2010 ein erstes Potpourri ihres Schaffens. Denn obwohl die einzelnen Regionen wohl schon Gegenstand von Ausstellungen waren, wird in Trier eine kleine kulturelle Premiere gefeiert: "Erstmals werden die Regionen nicht nationalstaatlich isoliert voneinander betrachtet, sondern zusammenhängend als der europäische Kulturraum gezeigt, der sie sind", sagt Dr. Elisabeth Dühr, Direktorin des Stadtmuseums.

Knapp 140 Gemälde haben ihren Weg in das Museum gefunden, darunter zahlreiche internationale Leihgaben aus anderen Museen und Privatsammlungen. Unter ihnen auch große Namen, die man nicht unbedingt mit der Eifel in Verbindung bringen würde: William Turner zum Beispiel, oder Karl Schmidt-Rottluff, der Mitbegründer der Künstlervereinigung Brücke.

Zwei Teilbereiche, zwei Stockwerke

Im ersten Stock sind die Gemälde nach Topographie angeordnet. Regionen, Bauwerke oder Orte, die immer wieder in den Werken der Künstler auftauchen, erlauben dem Betrachter, mitunter bekannte Motive aus seiner Heimat wiederzuentdecken: Die Burg Eltz, die Felsen von Gerolstein oder das Kloster Maria Laach.

Im zweiten Stock finden sich die Werke zu Gruppen gemeinsamer Motive zusammen. Unter groben Überthemen wie "Weg", "Architektur" oder "Eingriff des Menschen in die Landschaft" offenbaren Werke - so unterschiedlich wie ihre Maler selbst - das Trennende, aber auch das Einigende im Blick auf die Großregion.

"Liebliche Schönheiten finden wir in diesen Bildern nicht", sagt Dorothée Henschel, die Kuratorin der Sonderausstellung. "Es ist oft ein Bild von Düsternis und Grusel, das vermittelt wird". So sei man schnell auf den Titel "Raue Schönheit" gekommen. Dieser Charakter hat nicht nur Maler, sondern auch Vertreter der schreibenden Kunst inspiriert. Daher wird ein besonderer Audioguide angeboten, der nicht Daten und Fakten herunterleiert, sondern literarische Beiträge zu ausgewählten Bildern erzählt. Von Shakespeare über Casanova bis hin zu aktuellen Eifelkrimis: "Man muss feststellen, dass das Bild, mit dem die Eifel sich präsentiert und präsentiert wird, sich in den vergangenen Jahrhunderten kaum verändert hat", sagt die Kuratorin.

Der Besuch der Ausstellung empfiehlt sich nicht nur aufgrund der hochkarätig besetzten und intelligent arrangierten Exponate: um die Bilder zu schützen, ist das Stadtmuseum auf angenehm kühle 21°C temperiert. Und was den Bildern gut tut, wird dem Menschen nicht schaden (jf).
– von Kathrin Schug
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