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| Stadtgespräch | |
| Afrikanisches Theater in der Tufa; Über die Kultur des tragischen Lachens | |
| Barbara Duss lacht gerne und oft. Genauso nähert sich die Schweizer Regisseurin einem ernsten Thema an: Flüchtlingströme aus Afrika. Mit der »Initiative Faire Kultur« inszeniert sie am Donnerstag, den 7. Januar mit vier afrikanischen Schauspielern die Tragödie »Paradies« und zeigt damit, dass Aussichtslosigkeit und Humor nah bei einander liegen können. | |
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Trier. Mit einem einfachen Plot versucht die Schweizer Regisseurin Barbara Duss gemeinsam mit ihrem afrikanischen Schauspielensemble das Dilemma des Landes und auch eines Großteil des afrikanischen Kontinents darzustellen: Überall ist es besser als hier und trotzdem ist der Preis für die Flucht der Verlust der Heimat. »Paradies« erzählt die Geschichte der Burkinabes (Einwohner Burkina Fasos, Anm. d. Red.) Alain und Buba. Während Alain aus wirtschaftlichen Gründen in die Vereinigten Staaten emigriert und im erträumten Paradies recht bald vom Heimweh verfolgt wird, sehnt sich Buba nach eben dieser Flucht aus seinem Land. Doch auch in der Ferne ist nicht alles Gold, was glänzt: Emigranten stehen absoluter Fremde gegenüber, allzu oft treiben sie quälend lange Asylverfahren und die damit verbundene Beschneidung ihrer Freiheiten in tiefe Depressionen. Der Traum vom besseren Leben scheitert an der Realität. Alain entschließt sich letzten Endes dazu, trotz aller wirtschaftlichen und politischen Missstände nach Burkina Faso zurückzukehren, nicht zuletzt, um seine emigrationswiligen Landsleute davon abzubringen, den gleichen Fehler wie er zu begehen. Bühnenbild zum HörenFür Duss und ihr vierköpfiges Ensemble lieferten persönliche Erfahrungen afrikanischer Emigranten die Grundlage, um innerhalb von zwei Monaten das Stück zu schreiben. Die Szenerie lebt weniger von ausladenden Bühnenbildern, als von akustischen Effekten, die von den Schauspielern selbst erzeugt werden. »Dadurch entsteht quasi ein hörbares Bühnenbild, das den Zuschauer entweder nach Afrika oder nach Amerika versetzt«, erzählt die Regisseurin. Sie macht keinen Hehl daraus, dass diese Technik aus der Finanznot der Produktion heraus geboren wurde. Und trotzdem ist man mit dieser Notlösung glücklich: »Es hat sich gezeigt, dass wir auf diese Art und Weise die Spielfreude und den Erfindungsreichtum der Schauspieler heraus kitzeln.« Der Witz in der TragödieDass gerade die USA als Beispiel westlichen Reichtums herhalten müssen, ist seiner symbolischen Strahlkraft als »goldener Westen« geschuldet. Dennoch wäre natürlich auch ein europäisches Land durchaus dazu geeignet gewesen, das Schicksal afrikanischer Emigranten, die ihr Glück fernab der Heimat suchen, darzustellen. Aller Tragik zum Trotz attestiert die Regisseurin dem Stück dennoch eine gehörige Portion Witz. Dabei gehe es weniger um Humor, der andere aufzieht, als vielmehr um die Eigenschaft der Afrikaner, auch in vermeintlich tragischen Situationen eine witzige Lesart zu sehen. Gerade dies sei ein typischer Bestandteil afrikanischer Kultur. »So viel gelacht wie in Afrika habe ich noch nie«, bestätigt Barbara Duss. Ob sich dieser Humor auch zum deutschen Publikum transportieren lässt, ist das große Wagnis der Produktion. Während die Premiere in der Hauptstadt Burkina Fasos Ouagadougou genauso humorvoll ankam wie von Ensemble und Regisseuren erhofft, traf die Premiere in Würzburg nicht den komischen Nerv des Publikums, das dem Stück »hochkonzentriert folgte«, wie Duss berichtet. Der Besuch der einmaligen Aufführung in Trier wird also zeigen, ob es nur die Franken sind, die keinen afrikanischen Humor verstehen (ks). | |
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