![]() | |
| Interviews | |
| DJ Friction & Thomilla;»Die DJs haben die Macht« | |
| DJ Friction und Thomilla gehören zu den Pionieren der deutschen HipHop-Szene, deren Herz Ende der neunziger Jahre in Stuttgart schlug. Mittlerweile stehen sie für elektronische Klänge und legen am 28. November im Forum auf. Im Skype-Interview sprechen Friction und Thomilla über den DJ im Allgemeinen und ihr gemeinsames Album »Bodymovin« im Besonderen. | |
| |
Die Technik macht's möglich: DJ Friction (links) und Thomilla standen hunderttausend.de im Skype-Doppelinterview Rede und Antwort. hunderttausend.de: Kennt Ihr die Person, die die Promo-Texte für Eure Platte geschrieben hat? Friction: Ja, die hat ein Engländer geschrieben, gelesen habe ich die Texte aber noch nicht. Umso besser. Ich lese Euch mal den Text zu einem Song vor, und Ihr sagt mir, welcher gemeint ist, Okay? Thomilla: Ja, schieß' los. 'Eine bewegende Reise, die uns sowohl an die bittere Einsamkeit, als auch an die Stärke von Freundschaft und Liebe erinnert.' Welches Lied? Friction: Das kann nur 'More & More' sein. Der Song hat etwas Romantisches aber auch Melancholisches. Zieht sich diese Stimmung durch das ganze Album? Friction: Für mich ist der Gesamteindruck von 'Bodymovin' sehr positiv und optimistisch. Das kommt daher, weil wir so viel Spaß dabei hatten. Endlich haben wir zusammen ein Album gemacht, und ich hoffe, man hört den Spaß, den wir dabei hatten. Was man auf jeden Fall hört ist, dass Ihr keine HipHop-Musik mehr macht. Dabei gehört Ihr zu den Gründervätern der deutschen HipHop-Szene. Wie kommt's? Thomilla: Das ist nicht von heute auf morgen passiert. Wir haben einen Weg von sechs bis acht Jahren hinter uns, auf dem wir uns langsam aber stetig zur elektronischen Musik weiterentwickelt haben. Da geht es uns genauso wie anderen HipHop-DJs. Woran das liegt, kann ich nicht sagen. Friction, weißt Du, warum? Friction: Im HipHop gab es eine gewisse Stagnation. Nach dem Deutsch-HipHop -Boom in den Neunzigern, bei dem wir ja auch sehr erfolgreich dabei waren, haben alle dieselben Hits runterdedudelt. Es ging nur noch darum, die Hammer-Hits der Woche zu spielen. Thomilla: Heute wird auf HipHop-Partys immer noch die gleiche Musik gespielt wie in den neunziger Jahren, danach kam nichts Neues mehr. Was ist denn anspruchsvoller: HipHop oder House? Thomilla: Früher dachten wir, House wäre ganz einfach. Technisch gesehen ist es das auch, aber einen Spannungsbogen über mehrere Stunden aufzubauen und die Leute am Kochen zu halten, ist deutlich schwieriger und damit viel reizvoller. Für politische Ansichten gilt, dass man konservativer wird, je älter man wird. Wird man als DJ 'elektronischer' mit dem Alter? Friction: Das wäre ja, als ob HipHop links und House konservativ wäre. Das sehe ich nicht so. Thomilla: Aber ich gebe Dir recht: es hat bestimmt was mit dem Alter zu tun. Es ist eine natürliche Entwicklung, wie sich der Musikgeschmack entwickelt. Mit Anfang 20 trinkt man ja auch nicht so gerne Rotwein. Erst mit der Zeit entdeckt man den für sich. Vielleicht ist das der passende Vergleich. Auf der Homepage von DJ Friction steht zu lesen, dass der DJ im Zentrum aller musikalischen Entwicklungen der vergangenen 20 Jahre stand. Das musst Du mir erklären. Friction: Es fing damit an, dass die Plattenfirmen ab den 70er Jahren ihre neuen Platten zuerst den DJs schickten. Die spielten und mixten sie auf den Partys und bekamen damit Macht. Nur die Songs, die sie spielten, wurden populär. Im Vordergrund steht der DJ deshalb aber im HipHop nicht gerade. Friction: Ja, das stimmt. Das Rappen und der MC kamen immer mehr in den Vordergrund. Der DJ ist im HipHop nicht mehr so wichtig wie früher. Geht Ihr denn selber noch auf Partys, wenn Ihr nicht selbst auflegt? Thomilla: Letztes Wochenende war ich mit Friction unterwegs, habe ihn freitags getroffen und mich gefragt, warum er so müde aussieht. Er erzählte mir dann, er sei am Abend vorher bis halb sechs aus gewesen. Und das vor der Arbeit! Aber Hut ab: Er war fit und hat gerockt. Wir machen das noch unregelmäßig regelmäßig. Seid Ihr Steher oder Tänzer? Thomilla: Wenn ich an den Turntables stehe, bewege ich mich auch dazu. Das Schlimme ist, dass wenn ich privat auf einer Party bin, ich unbedingt auflegen will. Es gibt auch andere DJs - ich will keine Namen nennen - die immer, wenn sie ausgehen 'zufällig' Platten dabei haben und sich dann gerne überreden lassen, aufzulegen. Ihr habt so was aber nicht nötig, oder? Thomilla: Von der Droge 'Auflegen' her hätten wir es schon nötig. Wir machen's aber trotzdem nicht. Das fände ich peinlich. Peinlich wird's nächstes Wochenende im Trierer Forum hoffentlich nicht. Gibt's noch Erinnerungen an einen Eurer Abende dort? Thomilla: Ich weiß, dass es beim letzten Mal richtig gut war. Vorher haben wir richtig gut gegessen. Das ist übrigens eine goldene Regel: So wie das Essen ist, wird auch die anschließende Party. Dann wünsche ich guten Appetit und viel Spaß auf der Tour. | |
| © 1999-2010 hunderttausend.de GmbH Die Inhalte dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt und dürfen ohne das schriftliche Einverständnis der/des Rechteinhaber/s nicht weiterverwendet werden. |