Fabian Schnedler (Fayvish); »Das funktioniert alles zusammen« - Druckversion - hunderttausend.de · Das Magazin
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Fabian Schnedler (Fayvish); »Das funktioniert alles zusammen«
Die Band FAYVISH wagt sich an etwas Neues: Traditionelles jiddisches Liedgut kombinieren sie mit Popmusik. Wie das klingt, kann man am Freitag, den 12. März im Café Lübke Sounds hören. Im Vorfeld sprach Sänger Fabian Schnedler mit hunderttausend.de über Songwriting und Tourplanung.
 
 
Autor: Dorian Steinhoff | Foto: Promo
 
hunderttausend.de: Die Musik, die Ihr macht, nennst Du Yiddpop. Was kann man sich darunter vorstellen?

Fabian Schnedler: Der Begriff ist eine Abkürzung für Yiddish Pop Music. Wenn man es musikalisch einordnen müsste, reicht es von Singer/Songwriter-Musik über Jazz bis zu Punk. Das Entscheidende ist der jiddische Gesang, der Alles wie eine Klammer zusammenhält.

Früher hast Du traditionelle Klezmer-Musik gespielt. Wie kam es zu dieser Neuorientierung?

Ende der 80er Jahre ist mir diese Musik begegnet. Damals habe ich Klarinette gespielt und fand Giora Feidman ganz toll. Später begann ich mich für Geschichte und Stilistik dieser Musik zu interessieren. Um die Jahrtausendwende habe ich angefangen zu experimentieren, wie man diese traditionellen Stücke interpretieren kann. Das hat sich weiterentwickelt.

Wie funktioniert mittlerweile das Songwriting?

Entweder arrangiere ich traditionelle Stücke um oder montiere verschiedene Texte und Songs. Manchmal nutze ich auch Texte von Dichtern, die mir gefallen. Oder ich habe selbst die Inspiration und schreibe einen eigenen jiddischen Text. Manchmal funktioniert das auch alles zusammen.

Das klingt schon fast nach Mash Up…

Ja, es ist quasi eine Collagentechnik. Musikalisch arbeite ich genauso: Ich nehme Fragmente und Zitate aus traditioneller Musik und montiere dann meine eigenen Einflüsse mit ein. So kommt immer ein bisschen Cat Stevens, ein bisschen THE POLICE, ein bisschen Bossa Nova oder Jazz mit in die Mischung. Alles, was ich auf meiner bisherigen Reise so mitgenommen habe.

Eure Debüt-CD sollte eigentlich schon längst erschienen sein. Woran lag's und wie geht's weiter?

Wir haben die CD fertig gemacht. Dann habe ich große Labels angefragt, »piranja« zum Beispiel. Die hatten Interesse, waren aber schlichtweg ausgelastet.

Danach wollte ich die Scheibe selber rausbringen. Dahingehend war auch schon alles auf dem Weg. Und just in diesem Moment hat sich ein anderes Label gemeldet. Die CD erscheint jetzt im Mai.

Wir werden auf jeden Fall in Berlin spielen und touren dann hoffentlich im Herbst. Ich habe vor, mit der Band nach Kanada, New York und ein bisschen die Ostküste runter zu fahren.

In Nordamerika gibt es ein größeres Publikum, das mit unserem Musikstil vertrauter ist. Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber es ist - glaube ich - ein Publikum, das offener für neue Ansätze ist (jek).
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