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Donnerstag, 04.02.2010
Roger Cicero
Aussehen und Charisma
Am Sonntag, den 7. Februar kommt mit Roger Cicero einer der erfolgreichsten deutschen Sänger in die Arena Trier. Mit hunderttausend.de sprach er über Professionalität und Swing.
Roger Cicero; Aussehen und Charisma
Foto: Promo
hunderttausend.de: Du stammst aus einer Künstlerfamilie. Wie wichtig war das für deine Entscheidung, Musiker zu werden?

Roger Cicero: Wenn man mit einem Vater aufwächst, der auf Tourneen ist, im Fernsehen Klavier spielt, zu Hause Klavier spielt, dann ist das natürlich etwas, was beeinflusst. Insofern war das für mich definitiv ein Wegweiser.

Mehr nicht?

Naja, das ist doch schon ganz schön viel.

Es gab für dich nie eine andere Möglichkeit, eine andere Idee, als Musiker zu werden?

Das stimmt.

Und wie lief das dann?

Ein halbes Jahr vor meinem Endexamen bin ich in eine Band eingestiegen, die relativ kommerziell gearbeitet hat. Sie waren sehr gut im Geschäft und nur durch das Spielen in dieser Band konnte ich mein Leben bestreiten. Das war eine Sache, die hat mir mittelmäßig bis wenig Spaß gemacht, aber sie war sehr lehrreich.

Inwiefern?

Das war eine Band, die sich darauf spezialisiert hatte, Künstler in Holland zu begleiten. Also stand ich mit allen namhaften holländischen Künstlern als Bandmitglied auf der Bühne.

Das heißt, du hast gelernt, wie die Sache funktioniert.

Von einigen dieser Künstler, die wir begleitet haben, hat man vor allem auch gelernt, wie man es nicht macht. Genauso konnte ich mir aber auch viele Sachen abgucken und sehen: ok, was passiert da? Das war schon ganz hilfreich.

Gab es Leute, bei denen du sagen würdest: Cool, so mache ich das auch?

Es gab ein zwei Künstler, vor denen ich auf jeden Fall Respekt hatte. Das war zum einen Marco Borsato. Der ist in Holland mittlerweile ein Superstar. Und zum anderen Rene Froger. Die beiden waren hochprofessionell und hatten Charisma auf der Bühne.

Was heißt es, als Künstler hochprofessionell zu arbeiten?

Professionell heißt in erster Linie zu wissen, was man da macht. Und von den ganzen Prozessen und Vorgängen, von dem, was sich um einen herum tut, Ahnung zu haben.

Wie geht deine Geschichte weiter?

Ich war Freelancer, habe mich buchen lassen und als Sänger gearbeitet. Ich war zwar sehr gut im Geschäft, aber immer für andere Leute beschäftigt. Das wollte ich irgendwann ändern und habe mir dann ein Management gesucht.

Gesucht? Das Management kam nicht zu dir?

Naja, ich habe mich für diese Möglichkeit geöffnet. In meinem Fall war es so, dass ich angesprochen wurde.

Und die haben dann gesagt: »Roger, pass mal auf, wir machen jetzt Swing, du singst deutsche Texte und performst dazu saugut.«

Ganz so schnell ging es nicht, aber so ungefähr war es.

Du bist Papa. Siehst du deinen Sohn für deinen Geschmack oft genug?

Auf jeden Fall. Jetzt bin ich grade auf Tournee, da ist es schwierig. Aber in den letzten anderthalb Jahren konnte ich sehr viel zu Hause sein. Das habe ich als großes Glück empfunden.

Bist du ein Pascha?

Nein, wirklich gar nicht.

Hast du Angst davor, dass dir diese ganze Swing-Nummer irgendwann zu eng wird?

Nein, Swing ist nichts, was ich aus einem Modebewusstsein heraus gemacht habe. Ich habe Jazzmusik studiert und war immer ein Anhänger des Swing. Dann war die Zeit da, ein Swing-Album aufzunehmen, und ich war der richtige Mann dafür. Außerdem haben wir mit dem letzten Album auch meine Soul-Vergangenheit musikalisch manifestiert.

Solange es musikalisch weitergeht, hast du kein Problem damit, bei der gleichen Bühnenfigur zu bleiben?

Ich glaube, das wird sich anpassen. Ich gehe auf die Bühne und mache das, was ich am liebsten und mit großer Leidenschaft betreibe, nämlich Musizieren und Singen. Die Umstände, um das machen zu können, schafft man sich vorher. Das ist sehr harte Arbeit: sich keine Gedanken mehr machen zu müssen, sondern nur noch darüber, dass man in dieses Lied, das man grade singt, alles reinlegen kann, was man zur Verfügung hat (ks).
– von Dorian Steinhoff
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