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Donnerstag, 12.04.2012
Bernhard Hoëcker
"Wenn es funktioniert, ist es für die Leute und mich einmalig"
Der Comedian, Schauspieler und Autor Bernhard Hoëcker gastiert mit seinem neuen Soloprogramm "Netthamseshier!" am 21. April 2012 im Trifolion in Echternach. Dabei entwickelt er im Dialog mit dem Publikum eine eigens auf den jeweiligen Spielort zugeschnittene Performance. Wie er das anstellt und woher seine Begeisterung für Land und Leute rührt, besprach er im Interview mit hunderttausend.de.
Bernhard Hoëcker;"Wenn es funktioniert, ist es für die Leute und mich einmalig"
Foto: Promo
hunderttausend.de: Der breiten Masse bist du natürlich vorrangig aus dem Fernsehen bekannt, deine Wurzeln liegen aber auf der Bühne. Außerdem gibt es eine Reihe von Büchern aus deiner Feder. Was von alledem macht dir eigentlich am meisten Spaß?

Bernhard Hoëcker: Am meisten Spaß macht es, alles gleichzeitig zu tun. Ich glaube der Mensch ist ein Wesen, das Vielfalt braucht. Nur auf der Bühne zu stehen, das wäre mir wahrscheinlich zu wenig. Auch wenn ich nur "Switch" machen würde, wäre das ja immer bloß dasselbe, da ist die Routine vorprogrammiert. Dass ich sowohl auf der Bühne mit dem Publikum direkt in Kontakt bin, als auch diesen Quatsch bei "Switch" mache oder bei "Genial daneben" einfach da sitze, Fragen beantworte und vor mich hinrede – genau diese Mischung ist es, die ich so reizvoll finde.

Nun weiß man von dir, dass du begeisterter Geocacher bist und kürzlich ein Buch über sogenannte "Lost Places" veröffentlicht hast. Woher rührt diese offensichtliche Neugier für Unbekanntes im Allgemeinen und für Land und Leute im Speziellen, die du ja auch in deinem neuen Programm thematisierst?

Das ist schwer zu sagen, das steckt einfach in mir drin. Der Mensch ist von Natur aus neugierig und gerade deshalb auch ein Forscher und Entdecker. Ich habe das als Kind schon immer gerne gemacht: In irgendwelche Löcher kriechen oder hinter irgendwelche Felsen gucken und schauen was da im Wald ist. Und das ist ja beim Geocachen oder in meinem Buch über "Lost Places" sehr ähnlich. Man läuft umher, sieht dann irgendein altes Gebäude und geht dann mal gucken, wie es drinnen aussieht. Dabei findet man manchmal richtige Schätze.

Mit meinem neuen Programm ist es genau so, allerdings dann eher, was die Menschen angeht. Ich bin in einer Stadt, rede mit den Leuten, frage, wo sie herkommen und ob sie etwas Interessantes über ihren Ort zu erzählen haben. Und dann guckt man, wie sich das entwickelt…

Das heißt, es gibt gar keine richtige Vorbereitung auf die verschiedenen Spielorte, sondern du fragst einfach drauf los, um im Anschluss dann zu improvisieren?

Es gibt schon einen Text, das heißt, ich habe eine Handvoll Geschichten die ich erzähle. Daraus ergeben sich dann aber immer Momente, in denen ich mit den Leuten rede. Ich frage dann "Was habt ihr für Hobbys hier? Was kann man denn hier Schönes machen? Gibt's hier Sportvereine?" Solche Dinge eben. Aus diesen Anknüpfungspunkten ergibt sich dann ein hoffentlich unterhaltsamer Dialog.

Und wenn sich das Publikum querstellt und nicht so mitmacht, wie du es gerne hättest?

Es kann nicht immer alles funktionieren, deshalb ist es halt improvisiert. Aber wenn es dann tatsächlich funktioniert, ist es für die Leute und mich einfach einmalig und nicht wiederholbar.

Was folgt nach deiner Tour?

Ich sitze momentan an einem Buch über Neuseeland, ich war erst kürzlich dort. Es erscheint im Herbst, aber mehr wird noch nicht verraten.

Du wirst seit deinem letzten Soloprogramm "WikiHoëcker" gerne als wandelndes Offline-Lexikon bezeichnet. Was fällt dir zur Region Trier ein?

Oh, zu Trier? Ich hätte jetzt natürlich wegen meines anstehenden Auftritts zuerst an Echternach und die Springprozession gedacht. Davon habe ich noch Bilder im Kopf, vor allem von meiner Mutter, wie sie gemeinsam mit anderen Leuten Tücher in der Hand hält und wild herumhüpft.

Zu Trier fällt mir nur ein, dass ich dort mal eine Stadtbesichtigung gemacht habe, aber von der Porta Nigra brauche ich wahrscheinlich nicht anzufangen, die ist ja fast schon langweilig, weil sie jeder kennt. Was mich besonders fasziniert hat: Es gibt da wohl noch Knochen eines Hundes in der Fußbodenheizung einer antiken Villa in der Nähe, das fand ich sehr abgefahren. Damit könnte man sicherlich auch mit dem Publikum ins Gespräch kommen… (jf)
– von Robert Lindner
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