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Montag, 01.02.2010
5 Fragen | Ralf Günther (Fred Kellner und die Famosen Soul Sisters)
»Fred Kellner hat's einfach drauf«
Ralf Günther, alias Fred Kellner, ist Mitglied einer großen Soul-Familie: Stevie Wonder-Kellner, James Brown-Kellner, alle gehören dazu und gastieren am Freitag, den 12. Februar in der Tuchfabrik.
Foto: Promo
WebTV (YouTube)
Ralf Günther ist bekannter als man dem Vernehmen nach denkt: Er war Headwriter der »RTL Nachtshow« und gründete Mitte der Neunziger die Produktionsfirma »Brainpool«. Er produzierte für Sat1 unter anderem die Formate »Die Wochenshow« und Anke Engelkes »Ladykracher«. Mit Letzterer steht er seit 1988 als FRED KELLNER UND DIE FAMOSEN SOUL SISTERS auf der Bühne.
hunderttausend.de: Wie schaffen Sie es, als Produzent unzähliger TV-Formate und Mitgesellschafter der Firma »Brainpool« nebenher mit FRED KELLNER UND DIE FAMOSEN SOUL SISTERS auf Tour zu gehen?
Ralf Günther: Seit 22 Jahren geht Fred Kellner jedes Jahr auf Tour. Immer an den beiden Wochenenden vor Karneval und den beiden danach. Das Ganze ist für uns wie eine riesengroße Klassenfahrt mit den Brüdern und Schwestern im Geiste, die den Soul und Funk zelebrieren.
Immer wenn wir nach einem Jahr wieder zusammenkommen, entsteht eine unglaubliche Spielfreude.
Mit Anke Engelke steht jemand auf der Bühne, der in den Medien präsenter ist als Sie. Haben Sie dabei Angst im Hintergrund zu stehen?
Jedes Mitglied der Band hat seine eigene Karriere gemacht. Dieser Punkt ist aber auch nicht wirklich interessant, denn schließlich heißt bei diesen Abenden jeder auf der Bühne Fred Kellner. Wir treffen mit den Zuschauern quasi die Vereinbarung, dass auf der Bühne FRED KELLNER UND DIE FAMOSEN SOUL SISTERS stehen und wir zwei Stunden lang gemeinsam mit unserer Musik Spaß haben und feiern.
Sie arbeiten in Köln, stammen aber gebürtig aus Koblenz, also aus keiner der drei Karnevalshochburgen. Sind Ihre Auftritte gerade vor und nach Karneval als Alternative zu den etablierten Veranstaltungen zu sehen?
Genau mit diesem Gedanken hat die Band damals angefangen. Auch wir feiern gerne, aber der traditionelle Karneval gefällt uns nicht. Oft sind wir eine echte Alternative zu den Kappensitzungen, was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass wir immer in nahezu den gleichen Städten spielen.
Soul ist ein großer Begriff. Welchen Musikalischen Schwerpunkt setzt Fred Kellner?
Es sind sehr viele Nummern, von der großen Kellner-Familie, da ja Fred Kellner bekanntlich jeden Soul-Song auf der Welt komponiert hat. Auch von seiner Verwandtschaft, beispielsweise Stevie Wonder-Kellner, spielen wir etliche Songs. Weiterhin performen wir Stücke von SUPERSTICION, MASTER BLASTER und von James Brown-Kellner. Es sind allesamt Songs, die man kennt, aber nicht die klassischen Top-40-Hits, die ständig im Radio laufen.
Ist denn die Comedy - alle Mitglieder der Band heißen Fred Kellner - ein zwingender Bestandteil des Gesamtkonzepts, oder ginge es auch »nur« mit der Musik?
Ich glaube, dass die Selbstironie es allen leichter macht, Spaß zu haben. Sobald man mit der ganzen Geschichte selbstironisch umgeht und behauptet, man sei der »King of Soul«, ist das eine ganz klare Ansage, auf die sich das Publikum einlassen kann.
Wir umgehen dadurch viele Klippen anderer Bands, die ihr Ego permanent nach vorne Stellen müssen. Wir haben das alter Ego Fred Kellner. Und Fred Kellner hat's einfach drauf! (ds)
– von Jens Kirschner