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Samstag, 16.05.2009
Südbad-Sanierung
»Das wird richtig schön hier!«
Schweißen, baggern, bauen: Die Südbad-Sanierung läuft auf Hochtouren. Nächstes Jahr soll der runderneuerte Freiluftwassertempel wieder eröffnet werden. Bürgermeister Bernarding freut sich schon darauf.
Südbad-Sanierung;»Das wird richtig schön hier!«
Foto: Christian Palm

Trier. Was ist trauriger als ein Schwimmbecken ohne Wasser? - Ein Schwimmbad, das ganz ohne Schwimmbecken auskommen muss. So gibt das Trierer Südbad, abgesehen von den Männerherzen höherschlagen lassenden Baggern und Kränen, derzeit ein tristes Bild ab. Jeder Sprung vom Turm würde momentan mit Knochenbrüchen enden, gekrault wird unter den Bauarbeitern aktuell auch nicht. Die Renovierung läuft auf Hochtouren. Bürgermeister Georg Bernarding (Im Bild oben) sieht deshalb eine große Zukunft für das Bad: »Das wird richtig schön hier«, platzt es bei einem Besuch vor Ort aus ihm heraus.

Nachdem es lange dauerte, die Entscheidung für eine Komplettsanierung zu beschließen (16vor berichtete ausführlich), wird jetzt umso eifriger gebaggert, geflext und geschweißt. Das neue Südbad wird nämlich Schwimmbecken aus Edelstahl bekommen. Beim Nichtschwimmer-Becken lässt sich schon erahnen, wie die neuen Maße aussehen werden. Etwas kleiner wird der neue Erlebnisraum sein. Dafür ist das Metallbecken deutlich beständiger gegen den winterlichen Frost und zudem leichter sauberzuhalten, wie Bauleiter Robert Ilsinger verspricht.

Ilsinger, der zurückhaltende Österreicher, der im Auftrag einer Spezialfirma die Renovierung leitet, freut sich darauf, das 1957 eröffnete Bad in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. »Schön ist, dass wir den Sprungturm erhalten können. Er ist das Markenzeichen des Bads«, sagt er. Alles laufe nach Plan, der Wiedereröffnung zur nächsten Badesaison stehe nichts im Wege, geben sich Bauleiter und Bürgermeister zuversichtlich.

Kreuzfahrt-Gefühle im Südbad

Allenfalls die Denkmalpflege sorgte für etwas Diskussionsstoff. Das vorgeschlagene Dunkelrot für die Außenfassade lehnte die Behörde ab. So wird das Bad von außen mit einer »wunderschönen, dunkelbraunen Farbe« (Bernarding) bepinselt.

Im derzeit komplett entkernten Eingangsbereich wird sich nach der Renovierung ein Restaurant befinden, Umkleidekabinen und Duschen rücken dafür auf die tiefere Ebene der Schwimmbecken. Dies und ein neuer Aufzug machen die Anlage behindertengerecht. Eine Art Insel zwischen Springer- und Schwimmerbecken soll für Kreuzfahrt-Gefühle im Südbad sorgen: »Das wird wie auf der Aida«, prophezeit Bernarding, dem man die Erleichterung über die Fortschritte des Trierer Sommer-Sorgenkinds anmerkt.

Um diese Fortschritte zu begutachten, braucht er demnächst nicht mal mehr sein Büro zu verlassen. In etwa 14 Tagen soll eine Webcam auf dem Dach des Hauptgebäudes installiert werden, die rund um die Uhr Bilder von der Baustelle ins weltweite Netz sendet. Bei der Wiedereröffnung des Südbads könnten Ilsinger und Bernarding dann gemeinsam baden gehen. »In den meisten Becken, die ich gebaut habe, bin ich anschließend auch geschwommen«, sagt der Bauleiter. Bernarding hat bereits angekündigt, als Erster vom frisch renovierten Zehnmeter-Turn zu springen. »Wenn man mich lässt«, fügt er hinzu (jek).

– von Christian Palm