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Mittwoch, 09.07.2008
»Musikpark A1«
Triers neue Großdisco eröffnet im September
Nach fast zweieinhalb Jahren bekommt Trier wieder eine Großraumdisco: Anfang September eröffnet der neue »Musikpark A1« in der Eurener Straße. hunderttausend.de hat sich schon einmal umgeschaut.

Trier. Ende Mai 2006 schloss das »Riverside« im Trierer Norden seine Pforten. Gut zwei Jahre später sind am anderen Ende der Stadt, in Trier-West, die Bauarbeiten im vollen Gang. Anfang September will der »Musikpark A1« die Lücke im Trierer Nachtleben schließen, die das »Riv« hinterließ: Obwohl nominell Großstadt, leistete sich Trier über lange Zeit den Luxus, ohne Großraum-Discothek auszukommen.
Im Gebäudeteil des neuen Edeka-Komplexes, der hinter der Römerbrücke in Trier-West entstanden ist, werden zur Zeit Wände gestrichen, Podeste gezimmert und Abluftrohre befestigt. Farhoud Farahani, der künftige Betriebsleiter des Musikparks, schaut sich den Fortgang der Innenausbauten mit der gebotenen Skepsis an - schließlich sollen schon in zwei Monaten 2.000 bis 3.000 Gäste an vier Abenden pro Woche auf gut 1.300 Quadratmetern feiern: »Bis dahin ist noch viel zu tun«, stellt Farahani nüchtern fest. Als aktueller Leiter des Frankfurter »Dance Center A66« weiß er schließlich, wie das Ganze aussehen kann, wenn es fertig ist.
Hinter dem Trierer »A1« steckt die Music Park Concepts (MPC), so etwas wie eine Discotheken-Kette, die Objekte konzipiert, baut, betreibt und/oder als Franchise vergibt. MPC-Erlebnis-Stätten wie das Frankfurter »A66« finden sich in der gesamten Republik, von Lübeck bis Heilbronn, von Koblenz bis Erfurt. Auch in Österreich und in der Schweiz ist MPC vertreten. Oft genug sind Autobahnen, die an den Standorten vorbeiführen, Namensgeber. Deshalb heißen die beiden 700 Kilometer voneinander entfernten Dependancen in Lübeck und Trier »Musikpark A1«.
Drei Floors, bewährte Konzepte
Erst Ende letzten Jahres wurde in Kandel das komplett umgestaltete A65 (das sich seitdem »Discoplex« mit Vornamen nennt) eröffnet. Ein bisschen orientiert man sich an der Mosel auch am pfälzischen Nachbarn: Mehrere thematische Floors, mietbare Bungalows, Chipkarten mit Foto-ID, Clubkarten - mit einem bunten Mix bewährter Konzepte wird man auch in Trier erfolgreich sein, ist Farahani zuversichtlich.
Im »Musikpark A1« haben alle Räume eigene Namen: in den »Rittersaal« locken Bistro und Cocktailbar, im großen »Agostea« gibt's den Main Floor im barocken Ambiente, das »La Vie« wird zur urbanen Lounge, die zwar ohne Tanzfläche auskommt, aber deshalb nach dem rheinland-pfälzischen Nichtrauchergesetz ganz legal mit Aschenbechern bestückt werden kann. Im »Tanzstadl« schließlich wird's zünftiger zugehen - Zielgruppe: Ü30. Insgesamt an sechs bis sieben Theken werden die Gäste ihren Durst löschen können. Außerdem ist ein Außenbereich mit Getränkebar und Grill vorgesehen.
Bungalows im Tanztempel
Und natürlich die Bungalows: »Das sind eigene, abtrennbare Räume, die den einen oder anderen vielleicht an VIP-Lounges in Fußballstadien erinnern«, erklärt Farahani. Im A1 muss man allerdings kein Krösus sein, um sich den eigenen Raum in der Disco für einen Abend zu sichern: Im »A65« beispielsweise kostet das Mietvergnügen 100 Euro Mindestverzehr - da ein Bungalow Platz für bis zu neun Personen bietet, ist man rechnerisch mit elf Euro pro Nase dabei. In den modern ausgestatten und verglasten Räumen muss man zudem keine Sorge haben, zu verdursten: Man hat nämlich einen Privatkellner. In Kandel kommt das eigenwillige Bungalow-Konzept ganz gut an, an vielen Wochenenden sind alle acht Privat-Areas ausgebucht. Im kleineren Trierer »A1« soll es vier, vielleicht sechs Bungalows geben.
Dienstag ist Studententag
An vier Tagen in der Woche wird das »A1« geöffnet sein. Donnerstags bis samstags sorgen DJs, die in erster Linie aus dem Pool der bundesweiten MPC-Gruppe rekrutiert werden, auf dem Main Floor »Agostea« für Chart-Stimmung. In der Lounge »La Vie« stehen donnerstags House, freitags Rock und samstags Black Music auf dem Programm. Einmal die Woche will man einen namhafteren Plattenleger oder Live Act nach Trier einladen.
Der vierte Öffnungstag in der Woche soll der Dienstag sein, der sich in erster Linie an die Trierer Studenten wendet. Mit günstigen Preisen will man den akademischen Nachwuchs locken - und mit einem besonderen Versprechen: »Für jeden Besucher wollen wir dem AStA einen Euro spenden, wenn 1.000 Gäste kommen, überweisen wir 1.000 Euro an die Studentenvertretung«, kündigt Farahani an.
Moderate Eintrittspreise, Foto auf der Eintrittskarte
Das »A1« hält, wie die meisten Discotheken der MPC-Gruppe, die Schwelle an der Abendkasse niedrig: Für 4 Euro bzw. 5 Euro am Freitag und Samstag wird man eingelassen, sofern man 21 oder älter ist. [Update: Nachdem dieser Artikel bei hunderttausend.de erschienen ist, wurde die »A1«-Crew mit kritischen Rückmeldungen geradezu überhäuft. Deshalb haben die Betreiber beschlossen, das Einlassalter auf 18 Jahre zu senken]. Der dann fällige Mindestverzehr hält sich mit 4 Euro ebenfalls in Grenzen, donnerstags sollen sich Studenten sogar über einen Freiverzehr von 10 Euro freuen können, plant Farahani. Wer eingelassen wird, wird sich an ein neues, personalisiertes Chipkartensystem gewöhnen müssen: Jeder Gast wird fotografiert, das Foto auf der Verzehrkarte gespeichert. Wer seine Karte beim wilden Tanz verliert, kann sich dann einen Ersatz besorgen.
Wer das »A1« regelmäßig besucht, kann die Option auf eine Club-Mitgliedschaft lösen: Für einen monatlichen Betrag, der laut Farahani bei etwa 15 Euro liegen soll, gibt es dauerhaft kostenlosen (und beschleunigten) Eintritt, Einladungen zu besonderen Club-Parties und die Möglichkeit, an Clubreisen teilzunehmen, z. B. nach Malle.
Knapp zwei Monate hat man beim »A1« noch, das neue Trierer Tanz- und Erlebniszentrum herzurichten. Für Farhud Farahani stehen noch einige arbeitsreiche Wochen an. Wenn alles klappt, öffnet das »A1« am gleichen Wochenende wie die neue Shopping Mall »Trier Galerie« - das wäre am 4. September. Die wichtigste Aufgabe für den Neu-Trierer aber hat mit der Disco nichts zu tun: »Ich suche noch eine Wohnung - kennst Du irgendwas?«, fragt er mich, als wir den Rundgang durch die Baustelle beenden (cp).
– von Jörg Halstein