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Mittwoch, 12.11.2008
»Edeltrude und«
Designladen und Café in einem
Im vorweihnachtlichen Trier lockt nicht nur der Weihnachtsmarkt. In der Lindenstraße 8 bereiten fünf Studierende der Fachhochschule Trier einen neuen Raum für ästhetisches Wohlbefinden auf gleich mehreren Ebenen vor. Eröffnung ist am kommenden Samstag, den 15. November.
Foto: Promo
Trier. Noch riecht es ein wenig nach Fahrradladen. Die Fußbodenleisten sind abgeklebt, der Raum ist leer, nur mit Zeitungen ausgelegt. An den Fensterscheiben haften noch die Herstellernamen von Gangschaltungen, Speichenrädern und Carbonfedern. Von außen deutet also nichts darauf hin, dass die ehemaligen Geschäftsräume des »Cyclope« in der Lindenstraße 8 vom 15. November bis 21. Dezember 2008 das Designcafé »Edeltrude und« beherbergen werden, in das die Besucher sowohl zum gemütlichen Verweilen, als auch zum Kauf von Produkten der gestalterisch tätigen Studierenden der Fachhochschule Trier eingeladen sind. »Ja, es ist noch viel Arbeit«, sagt Therese zum Empfang, »aber wir haben auch heute erst angefangen zu renovieren.«
»Ein Café für uns und euch.«
Die Idee zu einem Café mit integriertem Laden ist aus unterschiedlichen Motiven entstanden. »In Krakau gab es so viele, wunderschöne kleine Cafés, in denen man gestalterische Produkte und Designmagazine kaufen, und den ganzen Tag verbringen konnte«, schwärmt Maurice von seinem Auslandsemester, »dort habe ich mit Silke das erste Mal darüber gesprochen, sowas auch hier zu verwirklichen.« Calin träumte schon längere Zeit davon, ein Café zu eröffnen, in dem er die Produkte seines Grafikdesignstudiums und das von ihm nun bereits in vierter Ausgabe herausgegebene Magazin »dienacht« genauso verkaufen kann wie Kaffee und Kuchen.
Auf positive Erfahrungen beim Verkauf von Produkten der Fachhochschulstudenten blickt Eugenia zurück: »Bei der »Designfusion« stimmten Interesse, Nachfrage und Resonanz, also wollte ich diese auch über die Grenzen einer FH-Veranstaltung heraus bedienen.« Einem dauerhaften Engagement der Beteiligten stehen im Moment zu absolvierende Studienabschlüsse im Weg. Bei gutem Verlauf des zeitlich begrenzten Experiments können sich aber alle eine Fortführung vorstellen.
In größeren Städten sind Läden, in denen von Studenten designte Magazine, Kunst, Schmuck- und Modekollektionen verkauft werden keine Seltenheit. Auch in Trier gab es mit der »Artischocke« bereits ein ähnliches Konzept. »Die mussten leider aufhören, weil zu wenige Leute in den Laden kamen. Gerade dazu wollen wir mit dem Café einen ganz anderen, weiteren Anreiz bieten«, erläutert Silke, die eben noch eine Kanne Kaffee holen war, das Vorhaben. Außerdem versuchen die Betreiber »Edeltrude und« durch ein reichhaltiges kulturelles Angebot, auch für abendliche Besuche attraktiv zu machen. Es soll einen Kurzfilmabend geben, sowie Vorträge, Konzerte und ein Theaterstück. Zudem werden in einem Nebenraum während der anderthalb Monate drei Ausstellungen gezeigt.
»Unser Ziel ist es kostendeckend rauszukommen.«
Alles im Café wird man kaufen können. Die 900 Euro Miete, die für die Geschäftszeit zu zahlen sind, sollen vor allem durch den Erlös, der von der AWO bereitgestellten Möbel und dem anderen Interieur bezahlt werden. Die Abnehmer können den Kauf eines Einrichtungsstücks, sei es Sessel, Tisch oder Tasse ab dem ersten Öffnungstag anmelden und nach Ende des Projekts abholen. Die im Laden angebotenen handgemachten Einzelstücke wird man natürlich direkt nach dem Kauf mitnehmen können. »Die Preise der Produkte werden auch für Studenten erschwinglich sein. Wir wollen keinen abgehobenen Avantgardeladen führen«.
Zur Eröffnung am kommenden Samstag wird es ein kleines Fest geben, bei der mit Sekt, Bier und Glühwein auf die Verwirklichung eines bereichernden Projekts angestoßen werden soll. Wer vorbeikommt, möge Kaffeetassen mitbringen und spenden, das Gefäßvorhandensein ist bisher zu knapp bemessen.
Für Besuch und Kauf wird das »Edeltrude und« jeden Tag von 14:00 bis 20:00 Uhr geöffnet sein. Alle Abendveranstaltungen werden um 20:00 Uhr bei verlängerten Öffnungszeiten beginnen (cp).
– von Dorian Steinhoff