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Montag, 10.08.2009
Kettcar (mit Fotoalbum)
Vertraute Neuigkeiten unter freiem Himmel
Schon zu Beginn ihrer Karriere waren die Hamburger Pop-Rocker von KETTCAR oft in Trier. Am vergangenen Freitag ließen sie trotz hoher Regenwahrscheinlichkeit die Sonne im Hof des ExHauses scheinen.
Kettcar (mit Fotoalbum); Vertraute Neuigkeiten unter freiem Himmel
Foto: Johannes Friedrich
Trier. »Schrei' und tanz'« schallt es von der Sommerbühne des ExHauses. Die Mainzer Band AULETTA macht direkt klar, wo ihre Präferenzen liegen. Auch wenn der deutschsprachige Pop-Rock eigentlich eher zum Tanzen auffordert, als zum Schreien. Schließlich bereitet das Quartett das Publikum ja nicht auf RISE AGAINST vor sondern auf ALEX AMSTERDAM und KETTCAR vor.

Marcus Wiebusch begrüßt die knapp 1.000 Fans mit einem kurzen aber herzhaften »Kettcar, Hamburg«, bevor der Frontmann und seine Kollegen das Eis mit »Deiche« brechen. Die gute Laune der fünf Hamburger färbt schnell auf das Publikum ab. Schon beim zweiten Song »48 Stunden« kann der Gesang größtenteils den Zuschauern überlassen werden. Insgesamt ist es ein sehr emotionales Konzert. Man merkt, dass die Hamburger-Kapelle in ihrem Element ist und sich dort sichtlich wohlfühlt. Es wird viel gealbert und gelacht. Schließlich verbindet die Band auch persönlich viel mit Trier, wie der Gitarrist Erik Langer im Vorab-Interview verriet.

Vertraute Neuigkeiten

Die entspannte, fast schon freundschaftliche Atmosphäre zwischen Band und Publikum bestimmt das knapp anderthalbstündige Konzert. Sogar ein bisher unveröffentlichter Song, der auf der Bühne spontan den Arbeitstitel »Apokalyptischer Reiter« verliehen bekommt, wirkt vertraut. Das restliche Programm dominieren Songs der ersten beiden Alben. Von der aktuellen CD »Sylt« haben es gerade mal »Graceland« und »Am Tisch« auf die Setlist geschafft.

Ganz reibungslos verläuft der Abend jedoch nicht. Hin und wieder findet sich was zum Mäkeln. Was einem Mainstream-Star Schames-Röte ins Gesicht getrieben hätte, überspielen KETTCAR mit einem Lächeln und Kopfschütteln. Als Bassist Reimer Bustorff kurzzeitig eines seiner Percussions-Instrumente außer Gefecht gesetzt hat, nutzt er die Chance, sich beim Trierer Publikum für das peinliche Bild, das er mittags im Trierer Nordbad abgegeben hat, zu entschuldigen: »Nachdem ich mich diese rot-weißen Schnur entlang gehangelt habe, bin ich letzten Endes doch untergegangen.«

Als Zugabe locken »Ich danke der academy«, »Stockhausen, Bill Gates und ich« und »Ausgetrunken«. Dann betreten die zwei Wiebuschs nochmal die Bühne. Als »Zuzugabe« bekommt das Publikum den Song, den es sich den ganzen Abend über gewünscht hat. So endet das emotionsgeladene Konzert mit »Balu« ruhig und gebührend (jek).
– von Johannes Friedrich
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